Pastor Pandy ein Massenmörder?

19. Februar 2002, 15:16
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Prozess in Brüssel - Agnes, Tochter und Geliebte, hat bereits gestanden, fünf Familienmitglieder getötet und zerstückelt zu haben

Brüssel - Wegen grausiger Morde an sechs Familienmitgliedern steht ab Montag der belgisch-ungarische Pastor Andras Pandy in Brüssel vor Gericht. Bei fünf der Bluttaten soll ihm seine älteste Tochter Agnes geholfen haben. Der 75-Jährige ist angeklagt, seine beiden Ehefrauen, zwei seiner Söhne und zwei Stieftöchter umgebracht zu haben.

Pastor Pandy leugnet

Der Pastor wurde 1997 nach neuen Ermittlungen festgenommen. Er leugnet die Taten.

Geliebte Tochter gesteht fünf grausame Morde

Agnes Pandy, nach eigenen Angaben die Geliebte ihres Vaters, gestand dagegen, sie habe zusammen mit ihm fünf Familienmitglieder ermordet, ihre Leichen zerhackt und in Säure aufgelöst.

In getrennten Zellen

Die beiden Angeklagten befinden sich seit 1997 in Untersuchungshaft. Sie saßen voneinander getrennt auf der Anklagebank im Brüsseler Justizpalast. Dem 74-Jährigen wird auch vorgeworfen, mehrere seiner Kinder und Adoptivkinder vergewaltigt zu haben.

Drei Wochen, 50 Zeugen, 20 Ermittler, 12 Geschworenen und grausige Details

Der Prozess wird voraussichtlich drei Wochen dauern. Es sollen 50 Zeugen geladen werden, darunter 20 Ermittler. Die Jury hat zwölf Geschworene. Der Fall Pandy mit seinen grausigen Details weckte in Belgien Erinnerungen an den Kinderschänder Marc Dutroux, dessen Prozess nicht vor Ende des Jahres beginnen wird.

Im Keller des "Horrorhauses" zerstückelt?

Die Opfer der Pandy-Familie waren in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre spurlos verschwunden. Die Leichen wurden nach den Schilderungen der Zweitangeklagten im Keller des "Horrorhauses" im Brüsseler Stadtteil Molenbeek zerstückelt. Größere Teile wurden in Müllsäcken in der Umgebung des Schlachthofes Anderlecht abgelegt. Die kleineren Leichenteile zersetzte Pandy mit einem Reinigungsmittel; die Gefäße wurden nachts in die Kanalisation entleert. (APA)

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