Biathlon-Staffel-Gold der Herren an Norwegen

1. März 2002, 18:25
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Viertes Gold für Björndalen in Salt Lake City - Österreicher scheiterten als Sechste am Material: Sportdirektor Walter Mayer fand harte Worte

Soldier Hollow/Utah - Norwegen hat einen neuen König. Ole Einar Björndalen krönte sich bei den XIX. Olympischen Winterspielen in Salt Lake City zum vierfachen Olympiasieger. Der Skijäger holte sich am Mittwoch in Soldier Hollow mit der Biathlon-Staffel sein viertes Gold. Silber ging an das Team aus Deutschland, Bronze an Frankreich. Björndalen ist damit auch erst der dritte Sportler mit zumindest vier Goldmedaillen an einem Olympia-Schauplatz.

Österreichs Staffel konnte nicht in die Medaillen-Entscheidung eingreifen und belegte mit 3:16,6 Minuten Rückstand nur den sechsten Platz. Das rotweißrote Quartett Christoph Sumann, Wolfgang Perner, Wolfgang Rottmann und Ludwig Gredler bot zwar eine gute Schussleistung (keine einzige Strafrunde), scheiterte aber am Material. Das österreichische Team wurde von den am Mittwoch auf den Loipen von Soldier Hollow vorherrschenden Schnee-Bedingungen überrascht.

Harte Wort von Walter Mayer

Sportdirektor Walter Mayer nahm die Schuld an der vergebenen Medaillenchance auch auf seine Kappe und formulierte es drastisch. "Wir haben es in zwei Jahren nicht geschafft, halbwegs gutes Material für diese Verhältnisse zu bekommen. Wir haben den Burschen eine Medaille gestohlen." Das Schießen hätte gut funktioniert, mit neunmaligem Nachladen bei insgesamt 40 Scheiben lagen nur zwei Länder (Norwegen/8 und Frankreich/6) besser. Ausgerechnet am Laufen zu scheitern, in dem sie in den vergangenen Rennen bei kalten Temperaturen zu den Besten gezählt hatten, war für Sumann, Rottmann und Co. doppelt bitter.

"Das ist das härteste was einem passieren kann, wenn man vom höchsten Punkt bis ins Ziel rund 20 Sekunden verliert" ärgerte sich Wolfgang Perner, der Dritte des Sprints. Mit Wachs könne man kurzfristig nichts mehr verbessern, der Belag und vor allem der Schliff müssten passen. Sumann hatte schon am Morgen nach dem Wetterumschwung Böses geahnt. "Schade, wir waren alle gut drauf, aber durch die Materialschlacht wurde alles verzerrt."(APA)

Endstand der Biathlon-Staffel der Herren (4x7,5 km):

  • 1. Norwegen 1:23:42,3 Std. (8 Fehlschüsse/0 Strafrunden)
    (Halvard Hanevold, Frode Andresen, Egil Gjelland, Ole Einar Bjoerndalen)
  • 2. Deutschland +45,3 Sek. (10/1)
    (Ricco Gross, Peter Sendel, Sven Fischer, Frank Luck)
  • 3. Frankreich 54,3 (6/0)
    (Gilles Marguet, Vincent Defrasne, Julien Robert, Raphael Poiree)
  • 4. Russland 1:12,1 Min. (9/0)
    (Victor Maigurow, Sergej Roschkow, Sergej Tschepikow, Pawel Rostowzew)
  • 5. Tschechien 2:53,8 (12/0)
    (Petr Garabik, Ivan Masarik, Roman Dostal, Zdenek Vitek)
  • 6. Österreich 3:16,6 (9/0)
    (Christoph Sumann, Wolfgang Perner, Wolfgang Rottmann, Ludwig Gredler)
  • 7. Ukraine 3:19,9 (14/2)
    (Wjatscheslaw Derkasch, Oleksander Bilanenko, Roman Pryma, Ruslan Lysenko)
  • 8. Weißrussland 3:29,7 (13/1)
    (Alexej Aidarow, Aleksandr Syman, Oleg Rystschenkow, Wadim Saschurin)
  • 9. Polen 3:53,1 (8/1)
    (Wieslaw Ziemianin, Wojciech Kozub, Krzysztof Topor, Tomasz Sikora)
  • 10. Slowenien 4:41,3 (18/4)
    (Saso Grajf, Tomas Globocnik, Janez Maric, Marko Dolenc)
  • 11. Estland 4:55,9 (12/1)
    (Janno Prants, Indrek Tobreluts, Dimitri Borovik, Roland Lessing)
  • 12. Finnland 5:10,4 (16/1)
    (Ville Raikkonen, Timo Antila, Paavo Puurunen, Vesa Hietalahti)

  • Biathlon - 4 x 7,5 km-Staffel/Herren:

    GOLD: Norwegen (Halvard Hanevold, Frode Andresen, Egil Gjelland, Ole Einar Björndalen)

    SILBER: Deutschland (Rico Gross, Peter Sendel, Sven Fischer, Frank Luck)

    BRONZE: Frankreich (Gilles Marguet, Vincent Defrasne, Julien Robert, Raphael Poiree)

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