Weltraumforscher Heinz Kaminski gestorben

17. Februar 2002, 17:00
posten

Im 81. Lebensjahr

Bochum - Der Weltraumforscher und frühere Direktor der Sternwarte Bochum, Heinz Kaminski, ist im Alter von 80 Jahren am Sonntag gestorben. Das teilte sein Nachfolger im Amt des Direktors am heutigen Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung in Bochum, Thilo Elsner, am Nachmittag mit.

Der studierte Chemieingenieur Kaminski, der unter anderem Honorarprofessor für Weltraumkunde an der Gesamthochschule Essen war, galt als anerkannter Astronom. Er war wegen einiger gewagter Prognosen allerdings auch wissenschaftlich umstritten.

"Sputnik I"

Der gebürtige Bochumer hatte im Oktober 1957 erstmals Furore gemacht, als er die Funksignale des sowjetischen Erdatelliten "Sputnik I" verfolgte - in seinem Keller. Von Freunden wurde er fortan selbst "Sputnik I" genannt.

Mit zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträgen und Fernsehauftritten erwarb sich Kaminski später Popularität als Astronomie- und Raumfahrtsexperte, aber auch als Fürsprecher für Umwelt-Belange. Er erhielt Lehraufträge in Essen und Duisburg.

1961 war Kaminski Direktor der von ihm gegründeten Sternwarte Bochum und des Instituts für Weltraumforschung geworden; 1967 installierte er eine 20 Meter große Parabolantennen-Anlage (Radom). Damit gewannen die Wissenschafter um Kaminski Erkenntnisse über äußere Schichten der Erdatmosphäre und Anschluss an die internationale Weltraumforschung.

Mitte der siebziger Jahre geriet der Sternenforscher bei Fachkollegen zunehmend in die Kritik; sie zweifelten an seinen wissenschaftlichen Leistungen. So warnte Kaminski etwa vor abstürzenden Raketentrümmern, die auf Deutschland fallen sollten - was nicht passierte. Auch seine Langzeitprognosen zur Großwetterlage waren umstritten. Nachdem 1982 die Subventionen gestrichen wurden, wandelte Kaminski sein Institut für Weltraumforschung in das private "Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung" (IUZ) um.

(APA)

Share if you care.