Deutscher Medienpreis 2001 an Rudolph Giuliani

17. Februar 2002, 15:25
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"Er vereinte eine Stadt im Schock. Er führte New York aus der Asche zu neuem Mut."

Der frühere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, ist am Samstagabend mit dem Deutschen Medienpreis 2001 ausgezeichnet worden. Giuliani sagte in Baden-Baden, der Terroranschlag vom 11. September sei der schlimmste Tag in der Geschichte der USA gewesen. "Es war ein Angriff gegen die Menschenrechte, gegen die amerikanische Wirtschaft, gegen die offene Gesellschaft und gegen die Religionsfreiheit." An der Preisverleihung nahmen auch 25 Schüler aus New York teil.

"Die richtigen Worte gefunden ..."

Der deutsche Innenminister Otto Schily sagte, das Verbrechen habe die gesamte zivilisierte Welt und auch Deutschland getroffen. Der SPD-Politiker verwies auf die Aufbauhilfe der USA nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Unterstützung bei der Wiedervereinigung. Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Middelhoff sagte in seiner Laudatio, Giuliani habe Ruhe bewahrt, als das Chaos am größten war. Er habe an Toleranz erinnert, als sie Gefahr lief, durch Trauer und Wut in Vergessenheit zu geraten. "Sie haben die richtigen Worte gefunden, als die allgemeine Sprachlosigkeit eine noch nie da gewesene Stille über New York legte."

Kämpferischer Patriotismus

Giuliani dankte für die weltweite Solidarität nach dem Anschlag. "Die Unterstützung die wir erfahren haben war für uns sehr hilfreich." Sie habe geholfen, die Lähmung der Stadt zu überwinden. Bei dem Terroranschlag am 11. September 2001 kamen rund 3.000 Menschen ums Leben. Giuliani sagte, unter den Toten seien Opfer aus 83 Nationen gewesen. Nach Angaben von Media Control bekam der Politiker den undotierten Preis für seine Zivilcourage, menschliche Größe und kämpferischen Patriotismus nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center.

"Unermüdliches Mitgefühl"

Bei einer Befragung des Marktforschungsinstituts hatte die überwiegende Mehrheit aller Chefredakteure den früheren Bürgermeister als herausragende Persönlichkeit des Jahres 2001 bezeichnet. Seinem Einsatz sei es zu verdanken, dass zusammen mit Feuerwehr und Polizei über 25.000 Menschen vor dem Einsturz der Twin Towers gerettet worden seien. Die Jury ehre ihn für seine Tatkraft, seinen Mut und sein unermüdliches Mitgefühl, das ihn nach den Angriffen zur herausragenden Persönlichkeit New Yorks und Amerikas machte.

Karlheinz Kögel, der Initiator des zum zehnten Mal verliehenen Preises, sagte über den 57-jährigen Politiker: "Er vereinte eine Stadt im Schock. Er führte New York aus der Asche zu neuem Mut." Bundeskanzler Gerhard Schröder übermittelte vor der Veranstaltung seine Glückwünsche. Giuliani sei "mit seinem engagierten und aufopferungsvollen Einsatz Vorbild für jeden Politiker". (APA)

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