Israel reagiert auf Anschlag vom Samstag

17. Februar 2002, 17:02
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Raketenangriffe auf Nablus, Panzer in Ramallah

Nablus/Jerusalem/Tel Aviv - Wenige Stunden nach einem palästinensischem Selbstmordanschlag hat die israelische Luftwaffe am Sonntagmorgen mit Raketen Ziele in Nablus im Westjordanland angegriffen. Nach Angaben palästinensischer Sicherheitsbehörden wurde niemand verletzt, da in Erwartung eines Vergeltungsschlags öffentliche Gebäude geräumt worden waren. Die Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und Helikopter hätten Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitsbehörden mit etwa neun Raketen beschossen. Die Angriffe hätten etwa eine Stunde gedauert, sagten palästinensische Sicherheitsbeamte.

Militärangaben zufolge griffen Hubschrauber zwei Gebäude der Palästinenser-Regierung und eins der Polizei mit Raketen an. Berichte über Opfer lagen nicht vor. Nach weiteren palästinensischen Angaben wurde ein Regierungsgebäude und ein Büro von Palästinenserpräsident Yasser Arafat getroffen. Augenzeugen sagten, Kampfflugzeuge und Hubschrauber hätten die getroffenen Gebäude schwer beschädigt. "Wegen des fortgesetzten und ausufernden Terrors gegen die Bürger Israels und seiner Soldaten hat das Heer einige Orte ins Visier genommen", teilte die Armee mit.

Armee rückt in Ramallah ein

Parallel dazu ist die israelische Armee in Ramallah eingerückt. Israelische Panzer und Soldaten seien in der Nacht zum Sonntag im Osten der Stadt auf palästinensisches Autonomiegebiet vorgedrungen, teilte ein Vertreter der palästinensischen Sicherheitsbehörden mit. Beide Seiten hätten sich daraufhin erbitterte Kämpfe geliefert. Inzwischen herrsche wieder Ruhe, doch sei unklar, wann die Israelis wieder abziehen würden, sagte der Vertreter.

15.000 demonstrieren für Abzug aus Palästinensergebieten

In Tel Aviv hatten am Samstagabend mindestens 15.000 Menschen für den Abzug der israelischen Armee aus den Palästinensergebieten demonstriert. Es war die größte Demonstration der politischen Linken seit Beginn des Palästinenseraufstands vor fast 17 Monaten. Die Friedensbewegung und die so genannte Friedenskoalition, eine Gruppe prominenter Politiker und Persönlichkeiten aus Israel und den Palästinensergebieten, will in den kommenden Wochen mit zahlreichen Aktionen ihre Forderung nach einer Beendigung der israelischen Besatzung verstärken. (APA/dpa/Reuters)

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