Pst! "This is Zartcore"

16. Februar 2002, 23:30
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Komëit: Ein Band gewordener Moment der Stille - live und fragil am Montag in Wien

Es war ein glücklicher Moment, damals vor drei Jahren, als zwei Seidenraupen namens Julia Kliemann und Chris Flor einander begegneten und beschlossen, sich in einen gemeinsamen musikalischen Kokon zu hüllen. Seitdem sitzen sie auf einem Berliner Maulbeerblatt und weben in aller Stille an einem Gespinst, das so zart ist, dass es schon vom leisesten Hauch zerrissen und davongetragen werden könnte.

Zwei Tonträger, eine EP und ein Album, haben Komëit bisher heraus gebracht. Beide pendeln in der Brise zwischen sanften Keyboards, akustischer Gitarre (so leise gezupft, dass man jeden Griffwechsel hört) und Glockenspielklängen. Auf beiden singen Julia und Chris - auf Englisch übrigens, fast schon eine Seltenheit heutzutage - an der Hauchschwelle.

"Dagegen sind die Quarks und Contriva brutaler Assi-Rock", lautete eine Rezension. - Und Maximilian Hecker brüllt und Lali Puna röhren, könnten wir noch ergänzen. In Sachen leise Töne sind Komëit derzeit nicht zu übertreffen - und es wird ganz still sein müssen im Raum, wenn man sich nichts entgehen lassen will. Also pst!

... und was die Formulierung "This is Zartcore" anbelangt ... - wohl wahr, man soll seine Fantasie nicht zu sehr von den Etikettierungen der Label-Promoabteilung kanalisieren lassen. Aber Hand aufs Herz: wie oft bekommt schon eine solche geliefert? (Josefson, voll der Vorfreude)

Komëit

Live im B 72: Montag, 18.2., auf der Bühne ab Mitternacht, davor ab 21 Uhr die "Hot Lotion"-DJ-Line
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