Zwist unter Kirchs Gläubigerbanken

16. Februar 2002, 17:10
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Pfandrechte und der richtige Weg zur Neuordnung des Medien-Imperiums als Streitpunkte

Hamburg/München - Unter den Gläubigerbanken der finanziell angeschlagenen Kirch-Gruppe gibt es Krach. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete am Samstag im Voraus, die Banken stritten um den Weg zur Neuordnung des Münchner Medien-Imperiums. Ein Problem seien für die Geldhäuser zudem die Pfandrechte, mit denen Kirchs Kredite gesichert sind.

Anteile

Laut "Spiegel" besitzen auf Kirchs Anteil am Springer-Konzern, der zunächst der Deutschen Bank als Sicherheit dient, auch die Bayerische Landesbank zusammen mit den US-Banken J.P. Morgan Chase und Lehman Brothers ein nachrangiges Pfandrecht. "Sollte die HypoVereinsbank mit der Dresdner Bank dieses Aktienpaket wie geplant für knapp 1,2 Milliarden Euro übernehmen, müsste von dem Erlös also auch die Bayerische Landesbank ausbezahlt werden", berichtete das Nachrichtenmagazin.

Die Dresdner Bank habe darüber hinaus möglicherweise noch ein Problem. Ihr Kirch-Kredit von 460 Millionen Euro (6,33 Mrd. S) sei durch den 25-Prozent-Anteil am spanischen Sender Telecinco abgesichert. "Das Telecinco-Paket gehört allerdings der Kirch Media AG, während die Bank ihren Kredit an die Kirch Holding ausgezahlt hat."

Gutachten

Im Falle eines Konkurses würden Kirch Media AG und Kirch Holding jedoch von unterschiedlichen Verwaltern abgewickelt werden. Ob der eine dem anderen die Telecinco-Anteile abtreten müsste, sei derzeit Streitpunkt etlicher in aller Hektik erstellter Rechtsgutachten, so der "Spiegel".

Weder die Dresdner Bank noch die Kirch-Gruppe nahmen zu dem Bericht Stellung. Aus Bankenkreisen hieß es jedoch, die vom "Spiegel" berichtete Faktenlage sei zwar richtig, aber das Geldinstitut habe entsprechende juristische Vorkehrungen getroffen, um auf ihr Pfandrecht zugreifen zu können. Die Schlussfolgerungen des Nachrichtenmagazins seien daher nicht richtig. (APA/AP)

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