Kassam-2-Raketen im Einsatz der Palästinenser

16. Februar 2002, 14:05
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Reichweite von bis zu zehn Kilometern - Bedrohung für das israelische Kernland

Jerusalem - Die Eskalation des Nahost-Konflikts spiegelt sich auch im Einsatz der Waffen wider: Am Samstag schossen radikale Palästinenser zum zweiten Mal innerhalb einer Woche Kurzstreckenraketen vom Typ "Kassam 2" ab. Obwohl bei den Angriffen bisher niemand verletzt wurde, sieht Israel in der Rakete eine neue Bedrohung und eine Eskalation: Mit ihrer Reichweite von bis zu zehn Kilometern stellen die Raketen eine Gefahr für israelische Grenzstädte dar. Jerusalem zum Beispiel könnte vom Westjordanland aus angegriffen werden.

Die israelische Armee sieht einen Angriff mit diesem Raketentyp als "Akt eines konventionellen Krieges" an. Mit dem Vorgängermodell "Kassam 1" konnten die Palästinenser Israel offenbar keinen so großen Schrecken einjagen. Mit einer Reichweite von weniger als zwei Kilometern war das Risiko noch kalkulierbar.

Verantwortlich für den Bau der gefürchteten Waffe sollen die Essedin-el-Kassam-Brigaden sein, der militärische Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Diese Gruppe bekannte sich auch zu der Attacke am Samstag. Die Raketen enthalten eine Mischung von Zucker und Kunstdünger und sind laut israelischer Armee leicht herzustellen. Erst am 6. Februar hatte die Armee im Westjordanland einen mit "Kassam 2"-Raketen beladenen Lastwagen gestoppt.(APA)

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