Kokain beschleunigt Aids

16. Februar 2002, 09:00
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Nicht wegen Verhaltensänderungen unter Drogeneinfluss - direkter physiologischer Zusammenhang nachgewiesen

Los Angeles - Dass Kokainkonsum den Verlauf von Aids beschleunigt, weiß man schon länger, führte es aber bisher auf Verhaltensänderungen unter Drogeneinfluss zurück. Nun haben Forscher der University of California, Los Angeles, am Mäusemodell einen direkten physiologischen Zusammenhang gezeigt: Kokain lässt die Zahl der HI-Viren explosiv steigen.

"Kokain hat im Laborversuch 200 Mal schneller zur Ausbreitung von viralen Infektionen geführt", so die Studienleiterin Gayle Baldwin. Zusätzlich hatten die Kokain-Mäuse nur ein Neuntel der so genannten CD4-Zellen von Mäusen, denen nur eine Salzwasserlösung verabreicht wurde. Die CD4-Zellen werden auch Helfer-T-Zellen genannt. Sie sorgen für die Ankurbelung des Immunsystems. Wenn die Zahl dieser Zellen vermindert wird, gebe es keine Hoffnung, gegen die Infektionen anzukommen, so der Forscher. "Kokain verstärkt eindeutig die Nachbildung des Virus und vermindert die Zahl der Humanzellen", so der Wissenschaftler. Darüber hinaus werden auch noch andere Zellen geschädigt. (pte/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17. 2. 2002)

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