Was tun gegen das Eierlegen?

15. Februar 2002, 21:46
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Auch für Vogelweibchen kann der natürliche Drang zur Fortpflanzung fatale Folgen haben

Im schlimmsten Fall kommt es (besonders häufig bei Nymphen- und Wellensittichen) zur Legenot - und die kann tödlich enden. Wichtig ist es daher, die Kalziumversorgung mit genügend Vitaminkalk sicherzustellen. Nistplätze - Nistkästen für Sittiche und Papageien, Korbnester für Finken oder Kanarien - ermuntern zum Eierlegen. Oft hilft es, die Nester gar nicht erst zur Verfügung zu stellen bzw. zu entfernen, um den Legedrang zu stoppen.

Legt ein Vogelweibchen dennoch, sollte das Ei nicht einfach weggenommen werden, denn viele Arten legen dann einfach nach; mitunter werden Dutzende Eier produziert, was rasch zur Erschöpfung führt. Besser ist es, das Gelege gegen Kunststoffeier (Tierhandlung) auszutauschen. Das Weibchen brütet dann, während der Brutzeit werden keine neuen Eier gelegt, oft auch danach nicht mehr. Hört das Weibchen nicht auf zu legen, kann eine Hormonstörung vorliegen, dann muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Rasche ärztliche Hilfe ist auch nötig, wenn eine Legenot vorliegt, das Ei also nicht abgelegt werden kann. Symptome: erfolgloses Pressen, das Weibchen sitzt aufgeplustert, erschöpft im Käfig, oft auf dem Boden, Absatz von flüssigem, womöglich dunkelgrünem Kot.

Oft ist Kalkmangel die Ursache dafür, es können aber auch Hormonstörungen oder Infektionen der Geschlechts-und Ausscheidungsorgane vorliegen. Jedenfalls sind rasch eine genaue Diagnose (Röntgen) und ärztliche Hilfe (Kalziuminjektion, Hormone etc.) nötig. Keinesfalls darf versucht werden, das Ei aus dem Körper herauszudrücken: Es könnte zerbrechen, lebensgefährliche Verletzungen wären die Folge. Möglicherweise muss das Ei operativ entfernt werden.

Und warum kastriert man Stubenvögel nicht einfach? Tierärztin Claudia Hochleithner: "Da Nebenniere, Niere, Eierstock bzw. Hoden extrem nah beieinander liegen, ist eine Kastration beim Vogel sehr kompliziert und birgt ein hohes Risiko für die Tiere. Wenn nicht alles Gewebe entfernt wird, wachsen die Fortpflanzungsorgane auch nach. Diese Operation ist daher nicht zu empfehlen." (ad, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17. 2. 2002)

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