Gegenmeinung: Wer länger schläft, stirbt früher

15. Februar 2002, 20:29
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Sechs bis sieben Stunden sind genug - sagt eine nicht unumstrittene Großstudie

Washington - Wer länger schläft, stirbt nach einer - nicht unumstrittenen - Untersuchung früher. Nach der Studie amerikanischer Schlafforscher, die am Donnerstag im Fachmagazin "Archives of General Psychiatry" veröffentlicht wurde, sterben Menschen, die regelmäßig acht oder mehr Stunden schlafen, früher als Menschen mit weniger Schlaf. Die sicherste Schlafdauer liegt der Untersuchung zufolge bei sechs oder sieben Stunden pro Nacht. Die Studie wurde von anderen Schlafexperten jedoch heftig kritisiert.

Großstudie

Für die Untersuchung - nach Angaben der Wissenschafter von der Universität in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) die größte ihrer Art - wurden die Schlafgewohnheiten von 1,1 Millionen Amerikanern über sechs Jahre hinweg beobachtet. Ausgewertet wurden Daten, die zwischen 1982 und 1988 gesammelt wurden.

Nach Angaben der Wissenschafter steigt das Risiko, früher zu sterben, mit zunehmender Schlafdauer an. Bei acht bis neun Stunden Schlaf liege es um 15 bis 20 Prozent höher als bei sieben Stunden. Zehn oder mehr Stunden Schlaf erhöhten das Risiko sogar um bis zu 40 Prozent. Im Gegensatz dazu führe Schlaflosigkeit nicht unbedingt zu einem höheren Risiko.

Ursachen geraten

Die Wissenschafter beschäftigten sich nicht mit den Ursachen ihrer Ergebnisse. Der Leiter der Untersuchung, Daniel Kripke, sagte jedoch der "Washington Post", mehr Schlaf könne möglicherweise zu Atemstörungen führen, die schädlich für Herz und Hirn seien.

Angehörige der amerikanischen Akademie für Schlafmedizin forderten weitere Forschungen, um eine sichere Aussage über den Zusammenhang zwischen Schlafgewohnheiten und Lebensdauer machen zu können. Auch unter Medizinern ist die Auffassung weit verbreitet, dass acht Stunden Schlaf pro Nacht am besten für den Körper sind. (APA/dpa)

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