"Kärnten Arena": EU soll Bau verhindern

15. Februar 2002, 20:58
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Grüne reichen Beschwerde gegen Projekt ein

Klagenfurt - "Auch Milliardäre, das Land Kärnten und die Stadt Villach müssen sich an Gesetze halten", begründet die grüne Nationalratsabgeordnete Eva Glawischnig ihre am Freitag eingebrachte EU-Beschwerde gegen die geplante "Kärnten Arena". "Es hätte die Flächenwidmung so nicht passieren dürfen, es hätte die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nicht eingeleitet werden dürfen und die Gebietsausweisungen sind auch nachweislich falsch", fasst Glawischnig die Kernpunkte ihrer Beschwerde zusammen.

Die "Kärnten Arena" soll der erste Sportthemenpark Europas sowie das größte Tourismus- und Freizeitzentrum in Österreich werden und rund 218 Millionen Euro (drei Milliarden Schilling) kosten. Projektbetreiber ist der Villacher Milliardär Egon Putzi, Gründer des Chipautomaten-Herstellers SEZ. Die Anlage könnte bis 2005 fertig gestellt sein, geplant sind: eine Fußballarena für 40.000 Besucher, eine kleinere Arena (Eishockey, Handball, Volleyball, Basketball) für 15.000 Besucher, ein Unterhaltungsbereich mit Zeppelin-Landeplatz, Gastronomie, Disco und 200-Zimmer-Hotel samt Wellnessbereich. Die Betreiber erklärten sich bereits zu Zugeständnissen bereit (die Hochschaubahn soll in eine Halle kommen, der Parkplatz ein begrüntes Dach erhalten), gebaut werde aber am Standort Villach "oder gar nicht".

Das Areal liegt direkt neben einem Natura-2000-Schutzgebiet, einem "Important Bird Area". Vom Aussterben bedrohte Vogelarten - Ziegenmelker und Zippammer - leben unterhalb des Dobratsch. Zwischen der Südautobahn und dem Naturschutzgebiet befindet sich als Pufferzone ein Landschaftsschutzgebiet, welches aufgehoben werden müsste.

Glawischnig kritisiert die Umwidmung des Baugebiets ohne Naturverträglichkeits-prüfung. Sie spricht von "unerträglicher, politischer und rechtlicher Willkür". Sollte die EU-Kommission der Beschwerde Recht geben, drohen Österreich Strafzahlungen von fast 100 Millionen Schilling im Jahr, glaubt sie.

Planungsreferent und Naturschutzlandesrat Georg Wurmitzer (VP) glaubt nicht an einen Erfolg der Beschwerde: "Glawischnig fehlen jegliche Grundkenntnisse. Ich lade die Frau Abgeordnete gerne zu einem Gespräch ein."

Die UVP könne nur abgeschlossen kann, wenn das Landschaftsschutzgebiet aufgehoben wurde. "Ich werde es aber erst dann aufheben, wenn die Finanzierung der Arena gesichert ist", meint Wurmitzer. (horn/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.2.2002)

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