Neuer Therapieansatz bei verengten Herzkranzgefäßen

17. Februar 2002, 11:00
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Gefahr durch Narbenwucherungen

Berlin - Mit einem neuen Therapieansatz sollen künftig neuerliche Verschlüsse von Herzkranzgefäßen nach einer Ballondehnung verhindert werden. Nach Angaben der Berliner Charite werden in Deutschland jährlich 180.000 Mal verengte Herzkranzgefäße mit Hilfe eines Katheters und einem kleinen Ballon wieder aufgedehnt.

Narbenwucherungen

Nach einem Jahr gebe es bei der Hälfte der Patienten aber wegen Narbenwucherungen in den Gefäßen einen neuerlichen Verschluss. Damit drohe ein Infarkt. Die Ursache des wuchernden Narbengewebes in den Herzkranzgefäßen liege in kleinen Verletzungen begründet, die bei der Ballondehnung entstünden. Die so entstandene Wunde werde durch Zellen repariert, die in das Gefäß hineinwuchern könnten.

Mit der medikamentösen Hemmung eines in jeder Zelle vorhandenen Eiweißabbausystems konnten die Mediziner im Tierversuch verhindern, dass Muskelzellen aus der Gefäßwand weiter wachsen und sich teilen. Eine Narbenbildung sei ausgeblieben. Die Häufigkeit der Wiederverschlüsse nach einer Ballondehnung sei um 75 Prozent gesenkt worden.(APA/AP)

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