Kirch will mit Verkauf von Telecinco Finanzloch stopfen

15. Februar 2002, 15:41
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Telecinco-Anteile Kirchs würden 400 bis 500 Mill. Euro einbringen - Hauptinteressent ist Berlusconis Medienkonzern Mediaset

Die finanziell angeschlagene Kirch-Gruppe will mit dem Verkauf ihrer Anteile am spanischen Fernsehsender Telecinco ihre Finanzlücke verkleinern. Mit dem Verkauf seines 25-prozentigen Anteils an dem spanischen Privatsender könnte Medienmogul Leo Kirch den im April diesen Jahres auslaufenden Kredit von 460 Mill. Euro (6,3 Mrd. S) bei der Dresdner Bank finanzieren, berichtet die spanische Wirtschaftszeitung "Cinco Dias" in ihrer Freitagausgabe.

Die Kirch-Gruppe verhandelt laut Zeitung derzeit mit dem von Silvio Berlusconi geführten italienischen Medienkonzern Mediaset sowie mit der baskischen Verlagsgruppe Correo. Vor allem Mediaset hat bereits mehrmals angekündigt, ihre derzeitige Telecinco-Beteiligung von 40 auf bis zu 49 Prozent erhöhen zu wollen. Telecinco selbst wollte gegenüber der APA keine Angaben zum Verhandlungsstand machen.

Analysten schätzen den Wert von Kirchs Telecinco-Anteil derzeit auf 400 bis 500 Mill. Euro. Vor einem halben Jahr wäre das Paket noch 900 Mill. Euro wert gewesen, da auch Telecinco in den letzten Monaten starke Gewinneinbußen von 33 Prozent im Werbegeschäft hinnehmen musste. Dennoch gilt Telecinco weiterhin als einer der rentabelsten Privatsender Europas. (APA)

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