Lufthansa drohen neuerlich Flugausfälle

15. Februar 2002, 16:37
posten

Piloten bei Tochter CityLine wollen streiken

Neu-Isenburg - Die Lufthansa-Regionalflugtochter CityLine steht vor einem Arbeitskampf. Die Piloten und Co-Piloten votierten in der am Freitag zu Ende gegangenen Urabstimmung mit 97,5 Prozent für unbefristete Streiks, wie die Vereinigung Cockpit in Neu-Isenburg mitteilte. Nötig waren 70 Prozent.

"Unbefristete Streikmaßnahmen"

"Ab jetzt muss mit unbefristeten Streikmaßnahmen gerechnet werden", betonte Verhandlungsführer Michael Mages von der Pilotenvereinigung Cockpit am Freitag in Neu-Isenburg. Die Geschäftsführung der Lufthansa-Tocher CityLine rief die Piloten zur Fortsetzung der Verhandlungen auf.

Lufthansa CityLine betreibt mit fast 700 Piloten 65 Flugzeuge unter eigenen Tarifverträgen für die Muttergesellschaft Lufthansa. Die Airline beförderte 2001 mehr als sechs Millionen Passagiere. Nach Angaben des Cockpit-Sprechers wollen die Piloten von Lufthansa CityLine in dem Tarifkonflikt durchsetzen, dass der Vergütungsabstand zu den Piloten der Muttergesellschaft kleiner wird. Falls die Geschäftsführung von Lufthansa CityLine ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlege, könnten die Tarifgespräche fortgesetzt werden. Ein solches Angebot sei jedoch in einer "Vielzahl von Verhandlungsterminen" seit dem vergangenen September nicht unterbreitet worden.

"Unverständlich"

Im Gegenzug nannte die Geschäftsführung von Lufthansa CityLine mögliche Streiks bei dem Unternehmen "überflüssig und angesichts der dramatischen Krise des Weltluftverkehrs unverständlich". "Wir appellieren dringend an die Piloten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren", betonte Geschäftsführer Thomas Dräger in Köln. "Wir sind jederzeit gesprächsbereit."

Erst im vergangenen Frühjahr waren während eines Arbeitskampfs bei der Muttergesellschaft Lufthansa mehr als 2.000 Flüge ausgefallen. Nach monatelangem Tarifkonflikt stimmten Geschäftsführung und Piloteneverinigung schließlich einer Tarifempfehlung zu, die der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) als Schlichter unterbreitet hatte. (APA)

Share if you care.