Commerzbank bietet für ConSors

15. Februar 2002, 14:32
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Comdirect-Bilanz verbessern - HypoVereinsbank nicht interessiert

Die Commerzbank hat ein Angebot für den Nürnberger Online-Broker ConSors unterbreitet. Einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt" bestätigte ein Sprecher der Frankfurter Großbank am Freitag in Frankfurt. Nach dem Bericht sind neben der Commerzbank auch die beiden französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas sowie der amerikanische Online-Broker E-Trade mit im Rennen um ConSors.

Comdirect-Bilanz verbessern

Die Commerzbank wolle durch die Übernahme die schlechte Ergebnissituation ihrer Internet-Tochter Comdirect aufbessern, sagte der Sprecher. Für den Zeitraum Jänner bis September hatte der mit 644.000 Kunden größte Online-Wertpapierhändler einen Verlust vor Steuern von 59 Mill. Euro (812 Mill. S) und einen Bilanzverlust von 84 Mill. Euro gemeldet. Die 565.000 Kunden von ConSors könnten diese Zahlen ins Plus bringen, hofft die Commerzbank.

"Online-Aktienhandel ein Zukunftsmarkt"

"Wir gehen davon aus, dass der Online-Handel mit Aktien ein interessanter Zukunftsmarkt ist", betonte der Sprecher. Sobald es an den Börsen wieder aufwärts gehe, sei auch wieder mit mehr Transaktionen im Internet zu rechnen. Die Commerzbank hält 58 Prozent der Anteile von Comdirect, 20 Prozent gehören T-Online, der Rest ist in Streubesitz.

Preis pro Aktie scheint angemessen

Nach Angaben der "Welt" halten Branchenkenner einen Preis von 15 Euro je ConSors-Aktie für angemessen. Dies entspräche einem Gesamtwert von 700 Mill. Euro. Laut dem neuen Übernahmegesetz muss der Käufer nicht nur die 64,5 Prozent Anteile von der angeschlagenen Schmidt-Bank übernehmen, sondern auch allen anderen Aktionären ein verbindliches Angebot unterbreiten. Am Freitagmittag lag der Kurs der Aktie bei rund 11,50 Euro. Ende März entscheidet das Kredithaus Metzler darüber, wer ConSors kaufen darf.

HypoVereinsbank nicht interessiert

Die HypoVereinsbank hat sich nach Angaben aus Bankenkreisen gegen ein Angebot für den zum Verkauf stehenden Nürnberger Online-Broker Consors entschieden. "Die HVB hat nicht mitgeboten und hat das auch nicht vor", hieß es am Freitag in den Kreisen.

Stillschweigen im Bieterverfahren

Die Bank hatte mit ihrem eigenen Internet-Broker DAB Bank stets als Interessent für Consors gegolten. Vorstandssprecher Albrecht Schmidt hatte noch im Jänner erklärt, man wolle eine Übernahme sorgfältig prüfen. Ein Sprecher der Bank wollte keine Stellung nehmen und verwies darauf, dass über das Bieterverfahren Stillschweigen vereinbart worden sei. Die Commerzbank hatte zuvor erklärt, sie habe eine Offerte für Consors abgegeben. Nach einem Zeitungsbericht liegen dem mit dem Verkauf beauftragten Bankhaus Metzler vier Angebote vor.(APA/dpa/Reuters)

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