Stadt Wien fordert Aktionsplan für Jugendbeschäftigung

15. Februar 2002, 14:18
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Häupl plädiert für Stiftungen

Wien - Die Stadt Wien fordert vom Bund einen Aktionsplan für Jugendbeschäftigung. Im heurigen Jahr habe man Jugendlichen ohne Lehrstelle gerade noch 600 Plätze in Lehrgängen anbieten können, so die zuständige Vizebürgermeisterin Grete Laska am Freitag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Michael Häupl (beide S). Ab Herbst stünden dafür aber keine Mittel mehr zur Verfügung. Dem Bürgermeister sind Lehrgänge aber ohnehin zu wenig, er will wieder Plätze in Stiftungen anbieten, die auch einen Lehrabschluss ermöglichen. Häupl: "Lasst uns bitte die Stiftungen machen."

Mit den Stiftungen habe man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht, so Laska. Mehr als 62 Prozent der Teilnehmer hätten eine reguläre Lehrstelle gefunden, eine "äußerst hohe Erfolgsquote". Auch sei es gelungen, jene Lehrlinge "im System unterzubringen", welche die Stadt Wien zusätzlich zusätzlich zu ihren früheren Kontingenten ausgebildet habe, ohne ihnen eine Beschäftigungsgarantie für die Zeit danach geben zu können.

Wenig hält Häupl von Forderungen, die öffentliche Hand solle mehr Lehrlinge ausbilden. Immerhin gebe es das duale System mit Ausbildung im Betrieb und in der Schule. "Wenn man hergeht und sagt, die öffentliche Hand soll die betriebliche Ausbildung auch gleich selbst übernehmen, wo bleibt denn dann das duale System?" Aus seiner Sicht biete eher die Wirtschaft zu wenig an: "Wenn es mehr Lehrstellensuchende gibt als offene Lehrplätze, ist es offensichtlich nicht genug." (APA)

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