Russisches Parlament fordert Freilassung von Milosevic

15. Februar 2002, 14:00
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Die Duma schließt sich der Umkehrstrategie des serbischen Ex-Präsidenten an - Selesnjow: NATO-Spitze vor Gericht stellen

Moskau - Das russische Parlament hat am Freitag die Aufhebung des Haftbefehls gegen den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic gefordert. In einer mit 316 gegen 6 Stimmen angenommenen Resolution warfen die Abgeordneten der Staatsduma in Moskau dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal zugleich vor, die Verbrechen der NATO und der albanischen Extremisten im Kosovo zu übergehen. Präsident Wladimir Putin solle im UNO-Sicherheitsrat darauf hinwirken, das Mandat des Tribunals zeitlich zu begrenzen, forderte das Parlament.

Der Prozess gegen Milosevic in Den Haag sei "ein politisches Verfahren", sagte der kommunistische Parlamentsvorsitzende Gennadi Selesnjow. "Auch die NATO-Spitze und die Leute, die die Bombardierung Jugoslawiens angeordnet haben, müssten vor Gericht gestellt werden", sagte er. In der Resolution erklärte die Staatsduma, für die Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Balkan-Kriegen sollten Strafgerichte im früheren Jugoslawien zuständig sein.(APA/dpa)

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