Nach "Stöhnen" kommt die "Beziehung"

17. Februar 2002, 11:57
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Werbeschlachten unter Banken - Erste Bank buhlt um Kunden von CA & Co - Mit Ansichtssache

In der österreichischen Kreditwirtschaft läuft in diesen Wochen und Monaten eine neue Werbeschlacht an. Hintergrund: Die Creditanstalt (CA) geht in der Bank Austria (BA) auf, dort wird die Zwei-Marken-Strategie im August endgültig aufgegeben. Die Konkurrenz buhlt um Kunden aus diesem Kreis. Es geht um Marktanteile vor allem im Privatkundengeschäft. Hier will auch die Erste Bank, die zusammen mit der Sparkassengruppe ihren Österreich-Marktanteil mit 23 Prozent beziffert, nach oben. Erste-Chef Andreas Treichl nennt einen Wert von mehr als 30 Prozent als sein Ziel.

Auf Sicht, so bestätigte Treichl am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz, werde es auch einmal eine konzernweite Werbekampagne geben, die die großen Osteuropa-Töchter mit einschließt. Bisher wird zwischen Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowakei, nach den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen und Produkten differenziert. "Noch" könne man in der Werbung international nicht "gleich fahren". Die Zeit werde aber kommen.

Massive Werbeoffensive

In den nächsten Monaten werde sich im österreichischen Bankensektor einiges tun, "eine Marke verschwindet", so Treichl. "Da wollen wir selbstverständlich zum Ausdruck bringen, dass es uns gibt, für wechselwillige Kunden aus dem CA-Stock attraktiv sein." Von der Bank Austria, die gerade mit neuen Spots begonnen hat, wird in den nächsten Monaten eine massive Werbeoffensive erwartet.

"Kunden" und "Berater" im Mittelpunkt

Die Erste hat am Donnerstagabend ihre neue Linie vorgestellt. Kampagnestart ist am 17. Februar. Laut Erste Bank wird nicht "aggressiv" oder gar gehässig um neue Kunden geworben. Die Spots sind eher witzig. Im Mittelpunkt stehen "Kunden" und "Berater". Vorwürfe von Sexismus und Frauenfeindlichkeit, die es bei der vorangegangenen Fonds-Kampagne gehagelt hatte, muss sich die Erste Bank mit der jetzt anlaufenden Werbelinie wohl nicht gefallen lassen.

Keine "erregte" Rita mehr ...

Nach dem "Stöhnen" kommt die "Beziehung". Keine "erregte Rita" in öffentlichen Verkehrsmitteln oder unter Partytischen also, sondern geläufigere Alltagssituationen. Erste-Boss Treichl will "die Nähe zum Kunden in der neuen Kampagne bei behalten", nicht nur Aufmerksamkeit erregen.

Neue Erst Bank-Kampagne wieder von Bárci

Der Etat ging wieder an Bárci&Partner/Young&Rubicam, die vor der "stöhnenden Rita" (Best of Fonds) Banken-Kampagne bereits für die Langzeit-Kampagne "Hubert mach was" sowie "GeldLeben" verantwortlich zeichnete. Zentrale Themen seien "Zuhören", "Verstehen", "Handeln". Die Botschaft: Nur wer zuhören kann, kann Bedürfnisses seines Gegenübers nachvollziehen, dann auch richtig handeln. Für die ersten vier Spots halten Militärdarsteller, Haustiere, Handwerker, Wohnungsmakler her.

Im Rahmen der neuen Kampagne rücken die Logos der "Erste Bank" und der "Sparkassen" zusammen. Finanziert wird die Werbelinie aus dem Werbepool des Sektors, den Erste und Sparkassen je zur Hälfte speisen. Die unter schwedischer Regie entstandene Produktion hat rund 5 Mill. S gekostet, die Schaltung wird auf "ein Vielfaches" beziffert. (APA)

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