Wachstum in Zeiten des Kinosterbens

15. Februar 2002, 12:33
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Mainstream-Produktionen sorgen für höchste Besucherzahlen seit 1975 - "Schuh des Manitu" vor "Harry Potter" und "Was Frauen wollen"

Wien - Eine deutsche Westernparodie, ein Zauberlehrling und die vermeintlichen geheimen Wünsche der Frauen sorgten 2001 für ein Rekordjahr in den österreichischen Kinos - trotz Kinosterbens. Der Zuwachs bei den Besucherzahlen um rund 2,7 Millionen Kinofans von 16.298.902 (2000) auf 18.984.739 (2001) bedeutete ein Plus von 16,48 Prozent. Nach den Zahlen des Fachverbandes der Lichtspieltheater und Audiovisionsveranstalter in der Wirtschaftskammer war 2001 damit das erfolgreichste Jahr für die heimischen Kinos seit 1975 (20.831.696).

Im Vergleich zu den fünfziger und sechziger Jahren nehmen sich die aktuellen Zahlen freilich bescheiden aus: Den Nachkriegs-Rekord hält 1958 mit 122 Millionen Besuchern, 1951 bis 1961 zählte man jeweils mehr als hundert Millionen Kino-Besuche und selbst 1968 waren es noch über 46 Millionen, die den Abend lieber im Kino als vor dem TV-Schirm (oder anderswo) verbrachten.

Die Großen Zehn

Größtes Zugpferd des aktuellen Kinobooms war 2001 Bully Herbigs "Der Schuh des Manitu", der das erste "Diamantene Ticket" seit "Titanic" (1998) gewinnen konnte und sich mit 1.984.432 Besuchern zum erfolgreichsten Film aller Zeiten in Österreich mauserte. Auf den Plätzen zwei und drei in der Publikumsgunst lagen "Harry Potter und der Stein der Weisen" mit 813.981 Besuchern und das Mel Gibson-Vehiukel "Was Frauen wollen", das 739.631 Interessierte in die Kinos lockte. "Harry Potter" und "Was Frauen wollen" wurden, so wie Herbigs Westernparodie, mit dem "Super Golden Ticket" augezeichnet.

Für insgesamt 18 Filme gab es das "Golden Ticket" (300.000 Besucher). Darunter befindet sich auch, an der vierten Stelle der Besucherrangliste, der erst in der zweiten Dezemberhälfte gestartete erste Teil von Peter Jacksons "Der Herr der Ringe"-Trilogie, "Die Gefährten", der es in rund zwei Wochen auf 566.859 Besucher brachte. Auf den weiteren Plätzen der Besucher-Top-Ten liegen die Teenie-Komödie "American Pie 2" (530.370), das Kriegs- und Liebesdrama "Pearl Harbor" (511.455), die Helen Fielding-Verfilmung "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (459.413), Sandra Bullock als "Miss Undercover" (402.606), Tom Hanks in "Verschollen" (387.861) und, an zehnter Stelle, der Disney-Streifen "Ein Königreich für ein Lama" (364.615). (APA)

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