"Chronobiologe": Jugendliche verlieren wichtige Phase des Schlafes durch Frühaufstehen

15. Februar 2002, 20:35
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"Wenn wir nicht die heutige Medizin hätten, würden wir sicherlich nicht so alt wie unsere Vorfahren vor 100 oder 150 Jahren"

Berlin - Frühes Aufstehen behindert viele Jugendliche beim Lernen, wie der Münchener Wissenschafter Till Roenneberg festgestellt hat. In einem Interview des Deutschlandradios Berlin sagte der Professor für "Chronobiologie", Jugendlichen werde gerade während der Pubertät der letzte Teil des Schlafes geraubt, weil sich deren innere Uhr stärker als bei Kindern oder Erwachsenen nach hinten verlagere.

Schlafenszeiten haben sich verschoben

Generell habe sich die Schlafzeit in der modernen Gesellschaft verschoben, erklärte Roenneberg weiter. Immer mehr Menschen übten Innendienst-Tätigkeiten aus, bei denen sie nur eine geringe Lichtmenge aufnähmen. Das Schlafbedürfnis, das durch Licht gesteuert werde, setze deswegen erst später am Abend ein. "Wenn wir nicht die heutige Medizin hätten, würden wir sicherlich nicht so alt wie unsere Vorfahren vor 100 oder 150 Jahren", sagte der Wissenschafter. (APA/AP)

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