Verhaltener Optimismus für Telekoms

15. Februar 2002, 12:28
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Vontobel-Fondsmanager Thomas Bobek: Bewertungen sind wieder günstiger - Aber noch kein Grund zu investieren

Bei einem Votrag mit dem Titel „Time to buy technology?“ gab Thomas Bobek, Fondsmanager des Vontobel Fund – Global Trend Information & New Technology, einen Ausblick auf den TMT Sektor der nächsten Monate. Obwohl sich die aktuellen Erwartungen nun viel realistischer darstellen und die Grundlagen des Technologiesektors immer noch intakt sind, scheint es noch keinen Grund zu geben in dieses Segment zu investieren.

Der Technologie-Sektor hat laut Bobek nun ein realistisches Niveau erreicht und ist aktuell sowohl anhand der Price-to-Sale Ration als auch der Price-to-Gross Cash Flow Ratio fair bewertet. Der derzeitige dramatische Rückgang der US Technologie Sales (-10 Prozent year/year), welcher der stärkste seit 50 Jahren ist, sollte sich aber nicht fortsetzen und zu einem historisch angemessenen Niveau von etwa +14% p.a. zurückkehren.

Nach der Korrektur folgt die Restrukturierung

Vor diesem Hintergrund sollte es also wieder stark bergaufgehen, aber nicht bei Telekoms: “Die Bewertungen der Unternehmen, etwa anhand der KGVs, ist noch immer auf einem fast unvermindert hohen Niveau“, so Bobek. Deswegen muss die Restrukturierung, insbesondere bei den Telekom-Anbietern, zügig voranschreiten – was auch zu weiteren Konkursen und damit zu einer Sentiment-Verschlechterung führen wird. Aufgrund dieser Fakten ist der Fondsmanager aus Zürich kurzfristig gesehen nicht allzu positiv. Er empfiehlt nur ausgesuchte und fundamental billig bewertete Aktien zu kaufen bzw. zwischenzeitliche Marktschwächen auszunützen.

Hoffnung am US-Mobilfunk-Markt

In seinem Fonds, dem Vontobel Fund – Global Trend Information & New Technology, konzentriert er sich deswegen auf ein fokussiertes Portfolio (ca. 30 Titel) von fundamental billigen Unternehmen. Zum Beispiel favorisiert er Ericsson gegenüber Nokia, da hier die Bewertung viel attraktiver erscheint. Weiters richtet sich sein Blick auf den US-Mobilfunkmarkt: „Die Penetration dort liegt bei etwa 50%, verglichen mit 80-90% in Europa.“ Dort gibt es 6 große Player, die alle unter anderem davon profitieren, dass es in den USA üblich ist auch für ankommende Gespräche zu zahlen. Der Fonds ist deswegen mit AT&T Wireless, Vodafone und SBC Communications sehr stark in diesem Segment vertreten. (e-fundresearch.com)

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