Wienerberger: Ergebnis eingebrochen

15. Februar 2002, 19:23
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Dividende für 2001 soll zurückgenommen werden - Optimistische Zukunftserwartungen

Wien - Der österreichische Baustoffkonzern Wienerberger hat die schwache Konjunktur im Geschäftsjahr 2001 voll zu spüren bekommen: Der operative Gewinn bröckelte nach vorläufigen Zahlen kräftig ab. Wie das börsenotierte Wiener Unternehmen am Freitag mitteilte, fiel das Betriebsergebnis (EBIT) in der Gruppe um 56 Prozent von 147,3 auf 65,1 Mill. Euro (896 Mill. S). Vor Abschreibungen steht ein um ein Viertel geschrumpfter Betriebserfolg (EBITDA) von 218,0 (nach 291,7) Mill. Euro zu Buche.

Dividende wird gekürzt

Für 2001, das Wienerberger als "Ausnahmejahr" bezeichnet, soll die Dividende vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung von 0,80 auf 0,60 Euro je Aktie zurückgenommen werden. Die schwächeren Ergebnisse seien vor allem aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen und den USA gekommen. Optimierungsmaßnahmen hätten das Ergebnis im vergangenen Jahr zusätzlich mit 91,4 Mill. Euro belastet. Der vergleichbare Umsatz des Konzerns stieg im abgelaufenen Jahr um 2 Prozent von 1,514 auf 1,548 Mrd. Euro. Im Ziegelbereich, dem Kerngeschäft von Wienerberger, lag der Umsatz mit 1,102 Mrd. Euro um 5 Prozent über dem Vorjahr.

2003 soll wieder Rekord-Erträge bringen

Nach dem "Übergangsjahr 2001" will der Wienerberger-Konzern bis 2003 wieder an das Ertragsniveau des Rekordjahres 2000 anschließen, in dem ein operativer Gewinn (EBIT) von 147 Mill. Euro (rund 2 Mrd. S) erwirtschaftet worden war. Das kündigte Konzernchef Wolfgang Reithofer am Freitag im Gespräch mit der APA an. 2002 werde man das Rekord-EBIT 2000 noch nicht erreichen, 2003 aber sollte es dann soweit sein, ist Reithofer optimistisch.

Auf das schwierige Marktumfeld habe Wienerberger im Vorjahr mit der "Herausnahme von Kapazitäten" reagiert. "Wir haben unsere Kapazitäten gemanagt, um uns auf Werke zu konzentrieren, die voll fahren können", sagte der Wienerberger-Boss.

16 Werke geschlossen

Insgesamt 16 Werke seien konzernweit stillgelegt worden, die Zahl der Produktionsstätten sei damit auf 217 gesunken. Den Personalstand habe man dabei um 500 bis 600 Mitarbeiter reduziert, dies entspreche rund 5 Prozent der gesamten Belegschaft. Durch den Zukauf von Ziegelwerken in Nordeuropa und den Erwerb des zweitgrößten deutschen Ziegelherstellers Megalith sei der Mitarbeiterstand in der Wienerberger-Gruppe mit rund 11.000 Leuten dennoch stabil geblieben, betonte Reithofer.

Obwohl die operativen Ergebnisse vor Optimierungsmaßnahmen für 2001 schwarze Zahlen - wenngleich mit "beachtlichen Rückgängen" - ausweisen, rechnet der Wienerberger-Chef unter dem Strich mit einem Konzernverlust, der sich im unteren zweistelligen Millionen Euro-Bereich - "vorne mit einer 1" (also zwischen 10 und 19 Mill. Euro, Anm.) - bewegen werde.

Nähere Angaben wollte Reithofer vorerst nicht machen, da die Arbeiten zur Erstellung der endgültigen Konzernbilanz derzeit noch im Gang seien. Als Grund für den erwarteten Konzernverlust nannte er die im vergangenen Jahr schlagend gewordenen einmaligen Restrukturierungskosten in Höhe von 91,4 Mill. Euro (fast 1,3 Mrd. S).

Aktie gibt nach

Die Wienerberger-Aktie notierte am Freitag Vormittag an der Wiener Börse mit 17,50 Euro um knapp 2 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs. Heuer hat der Titel bisher gut 11 Prozent zugelegt, im Vorjahr büßte die Aktie fast 8 Prozent ein. (APA)

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