Brand in britischem Asylwerber-Lager: Möglicherweise fast 30 Tote

16. Februar 2002, 20:06
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Von 28 Abschiebehäftlingen fehlt seit dem Feuer am Donnerstag jede Spur

London - Bei dem Brand in einem britischen Lager für abgelehnte Asylwerber sind möglicherweise fast 30 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, fehlt von 28 Abschiebehäftlingen seit dem Feuer am Donnerstag jede Spur. Man könne nicht ausschließen, dass sie in den Flammen ums Leben gekommen sind.

In Europas größtem Lager für abgelehnte Asylwerber in Yarl's Wood, 80 Kilometer nördlich von London, waren am Donnerstag mehrere Brände ausgebrochen, die offenbar gelegt waren. Zehn geflohene Häftlinge stellte die Polizei bis zum Samstag. Eine Sprecherin der privaten Sicherheitsfirma, die das Lager bewacht, sagte: "Wir hoffen, dass alle gefunden werden und am Leben sind. Aber es besteht die Möglichkeit, dass sie nicht entkommen konnten und tot sind."

Yarl's Wood

In Yarl's Wood sind derzeit rund 400 Abschiebehäftlinge untergebracht; das staatliche Lager hat Kapazitäten für 900 Menschen. Die britische Regierung hat angekündigt, sie wolle jedes Jahr rund 30.000 illegal Eingewanderte abschieben.

Durch die Brandstiftung ist ein Schaden von schätzungsweise 35 Millionen Pfund (57,4 Mill. Euro) entstanden. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Polizei hatten Asylsuchende das Feuer an mehreren Stellen gelegt, um aus dem Lager ausbrechen zu können. Es war ihnen verboten, das Gelände zu verlassen. (APA/AP/dpa)

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