Verdächtige nach Mord an afghanischem Minister festgenommen

16. Februar 2002, 14:53
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Regierungschef Karsai begleitet Sarg von Abdul Rahman zur Moschee

Kabul - Zwei Tage nach dem Mord an dem afghanischen Tourismusminister Abdul Rachman hat die Polizei weitere Verdächtige festgenommen. Unter ihnen seien wieder hohe Regierungsbeamte, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Omar Samad, am Samstag in Kabul. Einige sollten nur verhört und anschließend wieder freigelassen werden. Samad rechnete mit weiteren Festnahmen im Fall Rahman. Die Gesamtzahl der Festnahmen nannte er nicht. Die Täter würden vor Gericht gestellt, betonte er.

Bereits am Freitag hatte die Regierung die Festnahme von vier Verdächtigen bekannt gegeben. Darunter waren zwei Generäle. Drei weitere mutmaßliche Täter hätten sich in einer Gruppe von Mekka-Pilgern versteckt und seien nach Saudiarabien entkommen. Samad zufolge bat Kabul die Regierung in Riad um Hilfe bei der Suche nach den Verdächtigen. Saudiarabien kündigte an, drei verdächtige Sicherheitsbeamte an Kabul auszuliefern.

Opfer einer Verschwörung

Regierungschef Hamid Karsai erklärte am Freitag, Rahman sei Opfer einer Verschwörung in Regierungskreisen geworden. Er widersprach Berichten von Augenzeugen und Regierungsmitgliedern, wonach aufgebrachte Mekka-Pilger den Minister erschlagen hätten, weil sie wütend über ihren verspäteten Flug gewesen seien. Karsai sagte, er habe die Pilger selbst gesehen. Sie seien nicht besonders aufgebracht gewesen. Die Verspätung des Fluges habe mehrere Ursachen gehabt und sei nicht tragisch gewesen.

An der Beerdigung des ermordeten Ministers am Samstag nahmen neben Karsai weitere Vertreter der Übergangsregierung teil. Sie begleiteten den mit einer afghanischen Flagge geschmückten und in einem gepanzerten Fahrzeug transportierten Sarg durch die Straßen von Kabul bis zur Moschee, in der die Trauerfeier stattfand.(APA)

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