Frächter wollen abwandern

14. Februar 2002, 20:48
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Tausende heimische Laster sind bereits im Ausland gemeldet

Salzburg/Wien - Die Auseinandersetzung um Schwarzarbeit, vorenthaltenes Entgelt oder zu lange Fahrzeiten ist einigen Salzburger Fuhrunternehmern offensichtlich zu viel geworden. Sie wollen aufgrund verstärkter Gewerkschaftsaktivitäten nach Freilassing in Bayern abwandern. Es geht um 150 Lkw mit etwa 180 Fahrern.

Unter den "Auswanderungswilligen" ist auch der Salzburger Innungschef

Unter den "Auswanderungswilligen" ist auch der Innungschef der Salzburger Fuhrunternehmer, Anton Meißnitzer. SP-Verkehrslandesrat Walter Blachfellner erinnerte ihn daran, den Kollektivvertrag, auf den die Gewerkschaft poche, selbst ausgehandelt zu haben.

Bayerische Schwarzarbeiter-Bekämpfungsstelle

"Wer sich 6,28 Euro (86,40 Schilling) brutto pro Stunde für den Lenker nicht leisten kann, der darf in das Billiglohnland BRD abwandern", wünscht Alfred Hirschbichler, Landessekretär der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr, den Frächtern "gute Reise". Ähnlich auch die Plattform Salzburger Verkehrsinitiativen. Deren Sprecher, Peter Haibach, glaubt nicht an eine ernste Drohung, die bayerische Schwarzarbeiter-Bekämpfungsstelle würde den Frächtern bestimmt einen "heißen Empfang" bereiten.

20.000 bis 25.000 Lkw in Luxemburg gemeldet

In den letzten Jahren dürften bereits zahlreiche österreichische Firmen Mitarbeiter und Lkw in anderen europäischen Ländern angemeldet haben. Nach Darstellung von Sozialminister Herbert Haupt (FP) sollen heimische Firmen 20.000 bis 25.000 Lkw in Luxemburg gemeldet haben. Die Rahmenbedingungen werden dort günstiger eingeschätzt.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (VP) sprach am Donnerstag in Wien auch von illegaler Ausländerbeschäftigung. Deren Bekämpfung soll im Innenministerium konzentriert werden, 40 Arbeitsinspektoren sollen in "sinnvoller Weise" übersiedeln.

Neue Kralowetz-Firmenunterlagen gefunden

In Frankreich wurden auf einem Lkw neue Firmenunterlagen des verhafteten Karl Kralowetz aus Luxemburg gefunden. Sie werden in Bayern ausgewertet. (neu, DER STANDARD Print-Ausgabe 15.2.2002)

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