EU-Agrarkommissar Fischler warnt vor Verzögerung bei Osterweiterung

15. Februar 2002, 09:46
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Gegen Verknüpfung der Erweiterungs- verhandlungen mit Reform der Agrarpolitik

Frankfurt - EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat vor einer Verknüpfung der Erweiterungsverhandlungen mit einer Reform der EU-Agrarpolitik gewarnt. "Dann sind die Verhandlungen blockiert", sagte Fischler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitag-Ausgabe). Bei einer Kürzung der jüngst von der Europäischen Kommission empfohlenen Beihilfen stünden die zehn Kandidaten nach dem Beitritt schlechter da als heute.

"An der Wahrheit, dass die Erweiterung Geld kostet, kommen wir nicht vorbei", sagte Fischler. "Die EU-Förderung noch weiter zu drücken, würde bedeuten, dass die Kandidatenländer nach dem Beitritt finanziell schlechter dastehen als heute, wo sie Vorbeitrittshilfen bekommen, aber keine EU-Beiträge bezahlen müssen."

Erhebliche Kritik übte Fischler an der polnischen Regierung: "Die Vorschläge werden in Polen nicht nur schlecht verstanden, sondern auch noch unzureichend vermittelt." Mit ihrer überzogenen Kritik an den Brüsseler Agrarvorschlägen werde in Polen eine EU-feindliche Stimmung geschürt, sagte Fischler: "Würde mir jeden Tag eingehämmert, wie ungerecht der Vorschlag ist, wäre ich auch enttäuscht." Fischler warnte Polen davor, die Öffnung seines Agrarmarktes zu verzögern. Ohne freien Warenverkehr "hätte der Beitritt keinen Sinn".(APA/dpa)

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