Aktie auf All-Time-High

14. Februar 2002, 18:40
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Generaldirektor Treichl rechnet mit weiteren Kursgewinnen - - Analysten und Händler erwarten Gewinnmitnahmen

Wien - Auf einem neuen Allzeithoch hat am Donnerstag die Aktie der Erste Bank geschlossen. Das Papier ging auf dem Rekordschlusskurs von 65 Euro aus der Sitzung, im Handelsverlauf wurde mit 65,28 Euro auch ein neues Verlaufshoch erreicht. Seit Monatsbeginn hat das Papier damit bereits mehr als elf Prozent zugelegt. Für Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl beweist der starke Kursanstieg der Aktie, dass sich eine zunehmend größere Anzahl von Investoren für die Bank Aktie interessiere. Es stecke allerdings weder ein freundlicher noch ein unfreundlicher Übernahmeversuch dahinter, versicherte er.

Fonds steigen ein

Vielmehr gebe es eine Vielzahl von Investoren, durchwegs Investmentfonds, die "bei uns einsteigen". Es deute nichts darauf hin, dass eine meldepflichtige Grenze überschritten wird, sagte Treichl am Rande der Präsentation der neuen Erste Bank-Werbekampgane vor Journalisten. "Ich glaube schon, dass der Kurs weiter steigt", so Treichl. Er teilt aber die Meinung von Analysten, dass in Folge wieder Gewinnmitnahmen einsetzen werden.

Die Analysten bei der RZB-Tochter Raiffeisen Centrobank (RCB) und der Bank Austria Creditanstalt (CA BA) führen die jüngste Kursrally der Erste Bank vor allem auf den Aufschwung bei osteuropäischen Bankentiteln sowie auf positive internationale Analystenstimmen zur Erste Bank zurück. "Die durchwegs positive Analyse von J.P. Morgan hat die Aktie sicherlich beflügelt", meinte der RCB-Analyst Alfred Steininger.

"Strong buy"

J.P. Morgan hatte die Papiere mit "Strong Buy" eingestuft und sieht den fairen Wert bis 2003 bei 80,0 Euro. "Die Betonung liegt auf 2003", so der Analyst weiter. Er sieht für 2002 einen fairen Wert von 65 Euro und stuft die Erste Bank-Aktien mit "Übergewichten" ein. "Die Luft ist für die Erste Bank auf diesem Kursniveau jedoch schon sehr dünn geworden".

Positiven Einfluss auf den Erste Bank-Kurs habe auch die Kursrally der tschechischen Tochter Ceska Sporitelna gehabt. Das abgelaufene Jahr sei für die Ceska Sporitelna nicht einfach gewesen. Für heuer wird die tschechische Großbank, an der die Erste Bank mehrheitlich beteiligt ist, die Budgeterwartungen der Erste Bank hingegen erfüllen, was den Anstieg beim Aktienkurs rechtfertigt. "Das muss sich natürlich auch auf die Marktkapitalisierung der Erste Bank auswirken", hieß es von Analystenseite.

Während die RCB damit rechnet, dass das Ergebnis der Ceska Sporitelna im Jahr 2002 das "eher schwächere österreichische" Ergebnis überkompensieren wird, zeigte sich die Bank Austria Creditanstalt "vorsichtig" bezüglich des laufenden Geschäftsjahres. BA CA-Analyst Ralf Breyer sieht auch weiterhin "ein schwieriges Geschäftsjahr 2002" für die Erste Bank. Er stuft die Erste Bank-Aktien mit "Hold" ein und sieht keine fundamentale Begründung für den jüngsten Anstieg. Dieser sei lediglich auf Grund der guten Performance der osteuropäischen Titel nach oben getrieben worden, so der Experte.

Konsolidierung

Händler erwarten nun eine Konsolidierung der Erste Bank-Aktien. "Früher oder später werden Gewinnmitnahmen eintreten", so ein Marktteilnehmer. Er sieht jedoch die Erste Bank bei 62,0 Euro charttechnisch gut unterstützt. Das heutige All-Zeit-Hoch sei zwar "erfreulich". "Viel Platz nach oben gibt es jedoch nicht mehr", fügte ein Händler hinzu. (APA)

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