Salzburger und Kärntner zieren sich

14. Februar 2002, 19:53
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Länder stellen Bedingungen zu "österreichischer Stromlösungen"

Salzburg/Wien - Salzburg und Kärnten zieren sich noch, an der geplanten großen österreichischen Stromlösung anzudocken. Fix dabei in den Verhandlungen sind alle Länder mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg. Nukleus der "Energie Austria Neu" sind die EnergieAllianz (EVN, Wienenergie, Linz AG, Energie AG Oberösterreich, dazu stoßen sollen die burgenländische Bewag und der Verbund.

Junktims

Salzburg hat zwei Junktims für den Beitritt: Zumindest Teile des neuen Konzerns müssten ihren Firmensitz in Salzburg haben. Weiters müsse die Mehrheit in österreichischer Hand sein, also bei Bund und Ländern. Nicht dabei haben will man offenbar die deutsche E.ON, die ihre Wasserkraftwerke mit jenen des Verbundes zusammenlegen will. Die Detailverhandlungen liegen bis 30. April auf Eis.

Arno Gasteiger, jetzt Vorstand der Salzburg AG, unterstützt diese Bedingungen. Die Forderung nach einem Firmensitz in Salzburg sei eine landespolitisch interessante Perspektive. Sowohl eine Zusammenführung der Hochspannungsnetze als auch der Großkunden wäre möglich. Bei der Wasserkraft müsse das österreichische Eigentum gesichert werden: "Beim leisesten Zweifel werden wir nicht mitmachen", so Gasteiger.

Abwarten bei der Kelag

Viel Überzeugungsarbeit wird es auch bei Kärntens Kelag bedürfen. Kelag-Vorstand Hermann Egger will erst nach Vorliegen des Verhandlungsergebnisses entscheiden, ob man mittue. Das ist offenbar die Linie des deutschen Atomstromriesen RWE, der ein Drittel der Kelag hält. (neu/rose, DER STANDARD, Printausgabe )

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