Aznar und Patten für rasche Errichtung einer "Mittelmeerbank"

14. Februar 2002, 18:07
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Barcelona-Prozess vorantreiben - Abstimmung der EU-Gipfel mit Lateinamerika und Russland

Madrid - Spaniens Ministerpräsident Jose María Aznar und der für die gemeinsame Außenpolitik verantwortliche EU-Kommissar Chris Patten haben sich am Donnerstag in Madrid dafür ausgesprochen, die Gründung einer "Mittelmeerbank" schnell zu konkretisieren und voranzubringen. Diese Bank soll als Filiale der Europäischen Zentralbank den Mittelmeerraum als Wirtschafts- und Investitionsstandort fördern. In ihr sollen Manager und Banker der EU-Staaten und der südlichen Mittelmeer-Anrainer gemeinsame Projekte verwalten und finanzieren.

Fernziel Freihandelszone zwischen EU und Mittelmeerstaaten

Nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur "Europa Press" stimmten die beiden Politiker darüber ein, dass man in diesem Zusammenhang auch die Bande zwischen der Europäischen Union und anderen, nicht europäischen Mittelmeer-Anrainerstaaten festigen und ausbauen müsse. Beide sprachen sich somit für die Fortführung des sogenannten "Barcelona-Prozesses" aus, der die Schaffung einer Freihandelszone zwischen der EU und den südlichen Mittelmeerstaaten als Fernziel anstrebt. Der "Barcelona-Prozess" war Mitte der neunziger Jahre zur wirtschaftlichen Annäherung zwischen der EU und den südlichen Mittelmeer-Anrainern geschaffen worden. Er sollte vor allem auf Drängen Spaniens ein Gegengewicht zur geplanten Osterweiterung werden. Mittlerweile ist es still um das Projekt geworden.

Der derzeitige EU-Ratspräsident Aznar und der EU-Kommissar wiesen auch auf die auszubauenden Wirtschaftsverbindungen zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika hin. Beide erwarten auf dem im Mai stattfindenden Europäisch-Lateinamerikanischen Gipfeltreffen in Madrid große Fortschritte, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika ausbauen zu können. Der EU-Ratspräsident und der für die EU-Außenpolitik verantwortliche Kommissar stimmten ebenfalls ihre Strategien für den gleichfalls im Mai stattfindenden russisch-europäischen Gipfel in Moskau ab.(APA)

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