Militärische Interventionen der USA seit dem Zweiten Weltkrieg

14. Februar 2002, 17:53
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Vom Korea- bis zum Afghanistan-Krieg

Washington - Die USA haben ihre Streitkräfte außer bei internationalen Missionen wiederholt im Alleingang zur Durchsetzung eigener Interessen in anderen Ländern eingesetzt. So griffen sie häufig militärisch in Mittel- und Südamerika - ihrem so genannten "Hinterhof" - ein. Zu den wichtigsten US-Interventionen mit oder ohne UNO-Mandat gehörten nach dem Zweiten Weltkrieg:

1950-1953 Korea-Krieg: Unter dem Kommando und Ausschlag gebender Beteiligung der USA greifen multinationale UNO-Truppen in Südkorea ein. Die Nordkoreaner werden von einer eine Million Mann starken chinesischen "Freiwilligen"-Armee unterstützt.

1954 Guatemala-Intervention: Die USA stürzen den guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Arbenz, dessen Bodenreform sich gegen die Interessen der "United Fruit Company" richtete.

1961-1962 Kuba-Krise: Nach der gescheiterten Schweinebucht-Invasion einer in den USA trainierten Exilkubaner-Truppe erzwingen die USA mit einer Seeblockade den Abzug sowjetischer Raketen von der Insel.

1964-1973 Vietnam-Krieg: Die USA unterstützen das Regime in Südvietnam gegen kommunistische Aufständische (Vietcong) und greifen massiv Nordvietnam an. Die US-Armee setzt das gefährliche Entlaubungsmittel "Agent Orange" ein (Ökozid). Insgesamt werden über 72 Millionen Liter giftige Herbizide versprüht. Zu den Langzeitfolgen gehören schwere Missbildungen bei Neugeborenen und hohe Krebsraten. Der Krieg wird auf Laos und Kambodscha ausgeweitet. 1970 wird in Kambodscha der neutralistische Staatschef Prinz Norodom Sihanouk auf Betreiben des US-Geheimdienstes CIA gestürzt. Die Intervention endet mit einer Niederlage der USA, die 53.000 gefallene Soldaten beklagen müssen.

1965/66 Dominikanische Republik: Nach dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Juan Bosch durch eine pro-amerikanische Junta kommt es zu einem Volksaufstand, den US-Marineinfanteristen niederschlagen. Eine OAS-"Friedenstruppe" unter US-Kommando wird in dem Land stationiert.

1982-1984 Libanon-Intervention: Als Teil einer multinationalen Friedenstruppe greifen US-Marine-Infanteristen in den seit 1975 tobenden libanesischen Bürgerkrieg ein, müssen sich aber nach einem verheerenden Anschlag auf die Beiruter US-Botschaft zurückziehen.

1983 Grenada-Invasion: Der Sturz des linksgerichteten Premiers Maurice Bishop liefert den USA den Vorwand für ein Eingreifen zum Schutz der eigenen Staatsangehörigen.

1986 Libyen: Mit Bombenangriffen auf Tripolis und Bengasi reagieren die USA auf Terroranschläge, für die Machthaber Muammar Gaddafi verantwortlich gemacht wird.

1989 Panama-Intervention: Die USA greifen mit 20.000 Mann ein und nehmen ihren früheren Verbündeten, Militärmachthaber General Manuel Antonio Noriega, gefangen, dem in Miami wegen Rauschgifthandels der Prozess gemacht wird. 3000 Zivilisten kommen bei der Operation ums Leben.

1991 Irak: In der "Operation Wüstensturm" vertreibt eine von den USA geführte multinationale Allianz irakische Truppen aus dem benachbarten Emirat Kuwait, das der Irak 1990 überfallen hatte.

1993 Somalia-Operation: Die Militäraktion einer US-Elitetruppe im Rahmen der UNO-Hilfsmission "Restore Hope" gegen das Hauptquartier des Kriegsherrn General Mohammed Aideed endet mit einem Debakel.

1994-96 Haiti: US-Truppen sichern die Rückkehr des demokratisch gewählten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide aus dem Exil.

1999 Jugoslawien: In der ersten von der NATO gemeinsam verantworteten Militäraktion wird Belgrad mit Bombardements zum Einlenken im Kosovo-Konflikt gezwungen.

2001 Afghanistan: Nach den Terroranschlägen vom 11. September beginnen die USA mit weltweiter Unterstützung einen Krieg gegen den internationalen Terrorismus. US-Luftangriffe in Afghanistan führen zur Vertreibung des Taliban-Regimes und Zerstörung von Lagern der Terrororganisation El Kaida von Osama bin Laden.(APA/dpa)

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