FACC baut neuerlich Jobs ab

14. Februar 2002, 16:47
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Rieder Flugzeug-Triebwerkbauer leidet unter "größter Luftfahrtkrise seit dem Zweiten Weltkrieg"

Wien - Die "größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg" in der Luftfahrtindustrie sorgt bei der auf die Produktion von Luftfahrtbauteilen spezialisierten oberösterreichischen Fischer Advanced Composite Components AG (FACC) weiter für Turbulenzen. Nachdem das Rieder Unternehmen bereits Anfang des Jahres bereits 50 Mitarbeiter abgebaut hat, müssen im März 2002 noch einmal 47 der zuletzt noch 780 Mitarbeiter das Unternehmen gehen. Geplant sind außerdem ein Überstundenstopp, Freistellungsmodelle und Aussetzungsverträge, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Sozialplan

Gemeinsam mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan verhandelt worden, der freiwillige Zahlungen des Unternehmens und und die Unterstützung und Finanzierung von Weiterqualifizierungsmaßnahmen vorsieht. Härten für betroffene Mitarbeiter sollten damit abgefedert werden, hofft FACC.

Gedämpfte Aussichten

Im kommenden Geschäftsjahr 2002/03, beginnend mit 1. März, erwartet FACC "im Einklang mit den sinkenden Fertigungsraten der Flugzeughersteller" einen Umsatzrückgang um rund 15 Prozent auf 79,9 Mill. Euro (1,1 Mrd. S). Im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 soll "trotz der angespannten Situation" der geplante Umsatz von 94,5 Mill. Euro (1,3 Mrd. S) erreicht werden. Die Umsatzrendite soll dabei 6 Prozent betragen. Die Luftfahrindustrie sei derzeit geprägt durch "Firmenpleiten, Kapazitätskürzungen und Entlassungen im großen Stil". Die Flugzeughersteller hätten ihre Produktionsraten auf knapp die Hälfte des Vorjahresvolumens gekürzt, Boeing etwa von 527 Flugzeuge 2001 auf 380 im heurigen Jahr und 275 bis 300 im kommenden.

Hoffnung auf Kompensationsgeschäfte

Hoffnung setzt FACC nun vor allem in Kompensationsgeschäfte aus dem österreichischen Ankauf von Black-Hawk Hubschraubern bzw. aus der zukünftigen Beschaffung von Abfangjägern. Entsprechende Verhandlungen mit den Herstellern von Zelle und Triebwerk des Black Hawks seien bereits seit einigen Monaten im Laufen. Die Verhandlungen könnten "kurzfristig wertvolle Aufträge" für FACC bringen, "die den durch die Krise entstandenen Umsatzrückgang ausgleichen können", so das Unternehmen. (APA)

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