EU-weite BSE-Tests für Schafe und Ziegen

14. Februar 2002, 16:15
posten

Gesamtzahl der Untersuchungen wird erhöht - keine Ausnahmeregelungen mehr für Österreich und Finnland

Brüssel - Mehr als eine halbe Million Schafe und Ziegen in der EU müssen künftig jährlich wegen eines möglichen BSE-Risikos getestet werden. Wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte, wird die Gesamtzahl der Tests ab dem 1. April von bisher 164.000 auf 560.000 erhöht. Hintergrund der Maßnahme ist nach den Angaben die Sorge von Wissenschaftern, dass Schafe und Ziegen in der Vergangenheit mit möglicherweise infiziertem Tiermehl gefüttert wurden und deshalb mit dem Erreger des Rinderwahnsinns infiziert worden sein könnten.

Scrapie bei Ziegen und Schafen

Nach den neuen Regeln müssen die so genannten TSE-Tests in Deutschland zukünftig pro Jahr an 60.000 für den menschlichen Verzehr geschlachteten und an weiteren 6.000 verendeten Tieren vorgenommen werden. Derzeit ist die Scrapie-Krankheit, die dem Rinderwahnsinn ähnelt, die einzig bekannte transmissible spongiforme Enzephalopathie (TSE) bei Schafen und Ziegen. Scrapie soll jedoch keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.

BSE-Infektion möglich

Bisher gibt es nach den Angaben noch keinen Nachweis dafür, dass BSE unter natürlichen Bedingungen unter Kleinwiederkäuern auftritt. Es könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden, dass Schaf- und Ziegenbestände in geringem Umfang mit BSE infiziert sein könnten, hieß es weiter. Die EU-Kommission hat bereits für Tests bei Ziegen und Schafen für dieses Jahr 2,9 Millionen Euro (39,9 Mill. S) bereitgestellt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.