Zwei Jahre Haft für eifersüchtigen Exmann

14. Februar 2002, 17:22
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Opfer hatte Bekannt nach Hause begleitet und wurde vom Exmann niedergestochen

Wien - Das Angebot, eine Bekannte nach einem Lokalbesuch am Gürtel nach Hause zu begleiten, kam vergangenen Oktober einen 32-Jährigen Wiener teuer zu stehen: Auf dem Heimweg tauchte plötzlich deren eifersüchtiger Exmann auf, den der Begleiter als Türsteher kurz zuvor aus einem Lokal befördert hatte. Schließlich kam es zum Streit, bei dem der 29-jährige Jamaikaner auf seinen Widersacher einstach. Wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung wurde er deshalb zu zwei Jahren unbedingter Haft und zur Zahlung von 1.000 Euro (13.760 Schilling) Schmerzensgeld verurteilt.

Drohung

Die beiden Männer waren in einem Lokal am Lerchenfelder Gürtel im Zuge der Nacht bereits aneinander geraten: "Er hat mich beschuldigt, dass ich etwas mit seiner Frau habe", schilderte der in Simbabwe geborene 32-Jährige im Zeugenstand. Nachdem er ihn des Lokals verwiesen hatte, habe der Angeklagte gedroht: "Wenn meine Freundin und ich nicht seine Exfrau in Ruhe lassen, dann wird er uns alle drei abstechen." Als der Türsteher dann die Frau nach Hause begleitete, trafen sie erneut auf den 29-Jährigen.

Mehrere Stiche

Beim Wohnhaus seiner "Ex" angelangt, wollte der Türsteher den Jamaikaner hindern, der Frau in ihre Wohnung zu folgen. Daraufhin stach der 29-Jährige drei Mal zu. Eine Verletzung der Beckenschlagader war laut Gerichtsgutachter Dr. Wolfgang Denk lebensgefährlich, dazu kamen zwei Stiche in den Brustkorb. Der Angeklagte, der vor Gericht mehrmals in Tränen ausbrach, beteuerte, dass der 32-Jährige ihn angegriffen habe: "Ich wollte nur, dass er aufhört, mich zu schlagen."

Keine Vorsätzlichkeit

Verteidiger Elmar Kresbach plädierte, beim Urteil vom Vorwurf absichtlicher schwerer Körperverletzung abzugehen: Im Vergleich zum Türsteher sei sein Mandant eher ein "weicher Typ", "auf gut Wienerisch ein Zniachtl": "Man kann ihm nicht unterstellen, dass er solche Folgen herbeiführen wollte." Das Gericht bewertete die Ankündigung der Tat und die Positionierung der Stiche als erschwerend. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Der Angeklagte erbat sich drei Tage Bedenkzeit. (APA)

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