Schottland verbietet die traditionelle Fuchsjagd

14. Februar 2002, 15:30
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Entscheidung als "historisch" bewertet - Vorbildwirkung für England?

London/Edinburgh - Das schottische Regionalparlament hat in einer Abstimmung am Mittwochabend die Fuchsjagd mit Hunden verboten. Damit ist Schottland die erste Region innerhalb Großbritanniens, in der die von Tierschützern als "grausam und barbarisch" verurteilte Jagd auf Füchse illegal sein wird. Schottland hat seit Mai 1999 wieder ein eigenes Regionalparlament mit begrenzten gesetzgeberischen Befugnissen.

Die Abgeordneten sprachen sich mit einer Mehrheit von 83 gegen 36 Stimmen für das Verbot aus. Fünf Regionalabgeordnete (MSPs) enthielten sich der Stimme. In Schottland regiert gegenwärtig eine Koalitionsregierung von Labour und Liberaldemokraten.

"Historische Entscheidung"

Die Entscheidung wurde von Kommentatoren am Abend als "historisch" gewertet. Ebenso wie in England ist in Schottland die Fuchsjagd zu Pferde, begleitet von einer Hundemeute, Jahrhunderte lange Tradition. Das Verbot dürfte Signalwirkung für die fortgesetzten Bemühungen der Regierung von Premierminister Tony Blair haben, auch in England erneut einen Anlauf zum Fuchsjagdverbot zu unternehmen.

Das britische Unterhaus hatte bereits in der vergangenen Legislaturperiode im Jänner 2001 für ein Verbot gestimmt. Das Verbot wurde aber nicht wirksam, weil das Gesetz vom Oberhaus (House of Lords) zurückgewiesen wurde. Labour hat nach den Wahlen im Mai 2001 das Verbot der Fuchsjagd - wenn auch in modifizierter Form - wieder auf ihr Programm gesetzt. (APA/dpa)

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