Newex meldet Umsatzrekord für Jänner

14. Februar 2002, 14:06
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Ostbörse optimistisch für 2002 - 2001 wurden insgesamt 3,1 Millairden Euro umgesetzt

Wien/Frankfurt - An der Osteuropabörse Newex mit Sitz in Wien wurde im Jänner 2002 mit einem Handelsvolumen 687 Mill. Euro (9,5 Mrd. S) ein neuer Umsatzrekord erzielt. Nach Newex-Angaben handelt es sich dabei um das beste Monatsergebnis seit Bestehen der Börse. Der bisher umsatzstärkste Monat war der Juni 2001 mit 556 Mill. Euro. Insgesamt wurden an der Newex im Jahr 2001 3,1 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Marktanteil von über 65 Prozent aller in Deutschland getätigten Umsätze in Mittel- und Osteuropa Wertpapieren entspricht. Dies teilt die Newex in einer Presseaussendung von Donnerstag mit.

Die ebenfalls auf Osteuropa-Aktien spezialisierte Berliner Börse weise im Vergleich nur einen Marktanteil von rund 25 Prozent auf, erklärte der Newex-Pressesprecher Lars Hofer im APA-Gespräch. Die restlichen zehn Prozent des deutschen Volumens seien auf Düsseldorf, München und Stuttgart verteilt. Im Handel mit osteuropäischen Aktien am Londoner Finanzplatz werde hingegen noch immer "ein Mehrfaches" des Newex-Volumens umgesetzt. Ein direkter Vergleich sei aber schwierig, da in London auch außerbörsliche Geschäfte der Umsatzstatistik gut geschrieben werden. Insgesamt sei die Newex gut aufgestellt, für die Ostbörse sprachen laut Hofer die Anbindung an das Xetra-System, die Market Maker-Unterstützung sowie die fortlaufende Notierung osteuropäischer Aktien in Euro.

Allianzen mit lokalen Börsen in Mittel- und Osteuropa

Ausgebaut werden soll die Marktposition durch mögliche Allianzen mit lokalen Börsen in Mittel- und Osteuropa. Als mögliche Allianzpartner nannte Hofer die Börsen Moskau, Prag und Budapest. "Die Meetings verdichten sich", man brauche aber "sehr viel Fingerspitzengefühl", da kein Land gerne seinen eigenen Börsenplatz preis gebe. Konkret könne die Newex osteuropäischen Börsen die Zusammenführung von Handelsplattformen und die gemeinsame Schaffung von Ländersegmenten anbieten. Mit der Bündelung des Frankfurter Handels unter dem Dach der Newex könne man nun viel mehr in eine etwaige Kooperation einbringen.

Zuwachs kündigte Hofer für das Bluechips-Segment NX.Plus an. In acht bis zehn Wochen sollen ein bis zwei renommierte Unternehmen in das NX.Plus-Segment aufgenommen werden. Noch dürftig sieht es hingegen bei Neuemissionen (Initial Public Offerings/IPOs) aus. Erst in der Vorwoche gab es mit der russischen Wimm-Bill-Dann die erste Listung einer Neuemission.

Mangel an IPOs

Newex-Experten führen den Mangel an IPOs auf die generell schwierige Börsenstimmung zurück, im dritten bis vierten Quartal 2002 werden aber "eine Handvoll Neuemissionen" erwartet. Nachdem die ersten Unternehmen den Schritt an die Börse gewagt haben, dürfte sich hier vergleichbar zur Frühphase am Neuen Markt eine Eigendynamik einstellen, wo viele andere Emittenten folgen. Unterstützt werden soll die Emissionstätigkeit von geplanten Kooperationen mit Unternehmensberatern, die potenziellen Emittenten zur Seite stehen. Zudem sollen Unternehmen, die ihre ersten Börsenschritte in den USA planen, zu einem Doppellisting an der Newex gebracht werden.

Intensiv gearbeitet werde auch an der Entwicklung von Indizes. "Wir rechnen derzeit an verschiedenen Indexmodellen", so Hofer. Vor Ablauf des zweiten Quartals soll ein Indexkonzept vorgestellt werden. Vorangetrieben werden soll auch die Verlagerung von Liquidität vom Frankfurter Parketthandel auf das elektronische Handelssystem Xetra. Zu den weiteren Plänen der Newex zählt die Bereitstellung eines Informationssystems, über das auch Privatanleger die wichtigsten Eckdaten zu jedem gelisteten Unternehmen abfragen kann.(APA)

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