Israelische Militäraktion als "Fehlschlag" kritisiert

14. Februar 2002, 13:42
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Medien wettern gegen "erfolglose" Wiederbesetzung im Gaza-Streifen

Tel Aviv - Die israelische Armeeführung ist wegen der Wiederbesetzung von palästinensischen Orten im Gaza-Streifen am Mittwoch von den Medien in Israel scharf kritisiert worden. Die Operation, von der Armee als "die größte im Gaza-Streifen seit Beginn der Intifada" bezeichnet, wurde von allen Tageszeitungen als "Fehlschlag" bezeichnet. Das Ziel, die Urheber eines palästinensischen Angriffs mit so genannten Kassam-2-Raketen zu fassen, sei verfehlt worden, weil alle Extremisten rechtzeitig vor dem israelischen Einmarsch geflohen seien.

Bei Zusammenstößen mit Palästinensern hatte die Armee am Mittwoch sechs Palästinenser getötet. Insgesamt nahmen die Israelis nach eigenen Angaben 18 Palästinenser in Dir el Balah, Beit Lahia und Beit Hanun fest. Bis Mittwochabend hatten die meisten Panzer die besetzten Orte wieder verlassen.

"Klar ist, dass wir statt eines schlauen Schlachtplans einen schwerfälliges Konzept ohne jede Kreativität hatten", schrieb die Tageszeitung "Yediot Aharonot" am Donnerstag, "eine unbewegliche Armee, die sich in fragwürdiger Art und Weise bewegt und dabei wieder und wieder das Bild vom Goliath wach ruft, der den David bekämpft." "Diese Operationen werden die Raketenangriffe nicht stoppen", sagte der Kommentator Ron Ben Yishai dem israelischen Radio. Israelische Politiker hätten die Bedrohung übertrieben, die von den Kassam-2-Raketen in den palästinensischen Gebieten ausgehe.(APA/AP/dpa)

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