Powell glaubt ebenfalls an die "Achse des Bösen"

14. Februar 2002, 12:53
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US-Außenminister weist Kritik an Verbalattacken von Präsident Bush zurück

London - US-Außenminister Colin Powell hat die Kritik europäischer Staaten an der von Präsident George W. Bush propagierten "Achse des Bösen" als "inkonsequent" zurückgewiesen. In einem Gespräch mit der in London erscheinenden "Financial Times" (Donnerstagausgabe) sagte Powell, die Europäer sollten inzwischen wissen, dass Bush eine "sehr direkte Sprache" habe. "Aber er handelt mit Entschlossenheit, Vorsicht und Geduld", fügte Powell hinzu.

Die Europäer sind nach Ansicht Powells offenbar daran interessiert, ihre "eigenen Lösungen" für den Nahost-Konflikt zu suchen. Dabei seien sie aber zum Beispiel nicht bereit, den Iran wegen Waffenlieferungen an die Palästinenser "zur Rede zu stellen." Ihre Kritik sei deshalb "inkonsequent."

Mit seiner Äußerung, dass zwischen dem Irak, Nordkorea und dem Iran eine "Achse des Bösen" bestehe, habe Bush "die Wahrheit gesagt", sagte Powell der "Financial Times." Er habe sich "sehr direkt und sehr realistisch" geäußert. Powell wies die Befürchtung zurück, dass damit Hardliner in Iran ermutigt werden könnten. Bush habe mit seinen Bemerkungen die Öffentlichkeit in Iran beeinflussen wollen, was deren "Bild von ihrer eigenen Regierung angeht."

Powell erinnerte daran, dass der frühere US-Präsident Ronald Reagan in den 80-Er Jahren die damalige Sowjetunion als "Reich des Bösen" bezeichnet hatte. "Viele Leute waren damals schockiert. Aber das russische Volk hat die Worte sehr wohl verstanden."(APA/dpa)

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