Weniger F&E-Mittel für Unternehmen

14. Februar 2002, 12:40
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Forschungsförderungsfonds-Chef Krippner: Innovationwillen der heimischen Unternehmen ungebrochen

Wien - Der Innovationswillen der heimischen Unternehmen ist nach Aussagen des Präsidenten des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF), Gunther Krippner, ungebrochen. Mit rund 1.300 Anträge für Projekte beim FFF sei das Interesse 2001 gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Kritik übte der FFF-Chef in einer Bilanzpressekonferenz am Donnerstag allerdings an den gesunkenen Fördermitteln durch die öffentliche Hand. Damit habe Österreich im Vorjahr den angestrebten "Wachstumskurs in in Richtung einer Forschungsquote von 2,5 Prozent eindeutig verlassen".

2001 wurden durch den FFF 755 Projekte mit einer Gesamtsumme von 227,2 Mill. Euro (3,13 Mrd. S) gefördert. Gegenüber dem Jahr davor mit 903 Projekten und einer Fördersumme von 258,9 Mill. Euro bedeute dies ein Minus bei den Projektzahlen von über 16 und einen Rückgang des Fördervolumens von über zwölf Prozent, bemängelte Krippner.

Verdoppelung der Aufwendungen notwendig

Sollte das vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) empfohlene und von der Bundesregierung angestrebte Ziel einer Anhebung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent noch erreicht werden, müsste der Unternehmenssektor zu einer Verdoppelung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) kommen. Das würde aber nur funktionieren, wenn sich auch die Förderungskapazität des FFF parallel dazu entwickle, betonte Krippner. Denn zwischen öffentlicher Förderung und F&E-Ausgaben bestehe ein klarer Zusammenhang.

Nach hauseigenen Berechnungen des FFF, die sich auf aktuellere Zahlen als die der Statistik Austria stützen, lag die Forschungsquote 2001 bei 1,9 Prozent. Zum Vergleich, laut Statistik Austria lag der Wert bei 1,8 Prozent. Krippner führt die Steigerung auf den "stark expansiven Kurs" des FFF in den vergangenen Jahren zurück, dies habe die F&E Ausgaben der Wirtschaft stark stimuliert. Allerdings sei das Wachstum der vergangenen Jahre unter anderem mit Vorgriffen auf das Budget, für 2002 sei das wegen der bekannten Budgetansätze nicht mehr möglich. Es müsste daher "substanziell mehr Budgetmittel" geben, um die Förderungen weiter zu steigern.

Mehr Mittel für KMUs

Zufrieden gab sich Krippner angesichts der Tatsache, dass der Anteil der im Vorjahr geförderten Projekte von Klein- und Mittelbetrieben (KMU). In die Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sei 2001 erstmals mehr als die Hälfte der Förderungen geflossen. 119,3 Mill. Euro habe der FFF 2001 für KMU-Projekte ausgegeben, 2000 waren es noch 116,3 Mill. Euro. Verbessert hat sich nach den Zahlen des FFF auch die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. In 25,4 Prozent der geförderten Projekte habe es bereits bei der Antragsstellung eine Kooperation mit Forschern aus dem universitären Bereich gegeben, 2000 waren es erst 19,2 Prozent.

Krippner trat Vorwürfen entgehen, wonach durch den FFF "ohnehin immer die gleichen Firmen" gefördert würden. So habe 2001 fast jeder zweite Antragssteller (46,7 Prozent) das erste Mal ein Projekt beim Forschungsförderungsfonds eingereicht. Die Ablehnungsquote lag mit 30,22 Prozent - angesichts der gesunkenen Mittel - naturgemäß höher ausgefallen als 2000 mit 26,4 Prozent.(APA)

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