G-Haidlmayr kritisiert Unterschiede bei Behinderten-Rehabilitation

14. Februar 2002, 12:17
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Umfang und Qualität seien von on der Ursache abhängig

Wien - Massive Kritik an den Unterschieden bei der Rehabilitationen von Behinderten übte heute, Donnerstag, Grün-Nationalratsabgeordnete Theresia Haidlmayr bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Umfang und die Qualität dieser Wiedereingliederung sowie die Versorgung mit Hilfsmitteln seien in Österreich von der Ursache der Behinderung abhängig, sagte Haidlmayr.

"Diejenigen, die einen Arbeitsunfall erleiden, sind am Besten versorgt. Diese Versicherten haben gute Rehabilitationsmöglichkeiten", erklärte die Grüne Behindertensprecherin. "Für Menschen, die in der Freizeit verunfallen, sieht es schlechter aus." Hier gebe es gravierende Unterschiede sowohl bei der Wiedereingliederung als auch bei den Hilfsmitteln wie Rollstuhl oder Badelifter, so Haidlmayr. "Durch dieses Kausalitätsprinzip gibt es mehrere Gruppen von Verunfallten und somit verschiedene Qualitäten der Nachversorgung."

Betroffene müssen Zusatzgelder selbst auftreiben

Mehrere Kostenträger wie Gebietskrankenkassen bzw. Pensionsversicherungsanstalten und Länder seien zuständig und geben lediglich Zuschüsse, meinte Haidlmayr. Die Betroffenen seien gezwungen, fehlende Mittel bei anderen Stellen wie Nationalfonds oder Hilfsorganisationen aufzutreiben, sagte die Behindertensprecherin. "Menschen werden so in eine Bittstellerrolle gedrängt."

Bei Unfall in der Wohnung vor die Tür schleppen sorgt für Arbeitsunfall

Haidlmayr: "So blöd das klingt, aber wenn man in der Diele seiner Wohnung verunglückt, sollte man sich vor die Tür schleppen. Weil dort sieht die Situation ganz anders aus, da es auf diese Art am Weg zum Job passiert ist und das als Arbeitsunfall gerechnet wird." Ähnlich wie bei den Freizeitunfällen sieht es auch bei anderen Ursachen aus: "Für Menschen, die durch Erkrankung oder von Geburt an behindert sind, gibt es keine gesetzliche Rehabilitationsleistungen", so Haidlmayr.

Probleme psychisch Kranker

Psychisch Kranke müssen überhaupt um die Möglichkeit einer medizinischen und therapeutischen Wiedereingliederung kämpfen, erklärte die Politikerin. "Der Anteil dieser Gruppe ist mit ca. 30 Prozent an der Gesamtbevölkerung sehr hoch. Psychisch kranke Menschen führen zu den längsten Spitalsaufenthalten von allen Diagnosegruppen", sagte Haidlmayr. Bei der Ursache der Frühpensionen liegen diese Patienten sogar an zweiter bzw. dritter Stelle. "Wenn man nicht bereit ist, in diesem Bereich endlich etwas zu tun, will ich mir diese Situation in zehn bis 15 Jahren gar nicht anschauen", meinte die Behindertensprecherin.

"Es sollte ein Rechtsanspruch auf Wiedererlangung bzw. Erhaltung der persönlichen Rehabilitation geschaffen werden, vom Kosten-Nutzen-Prinzip abgegangen werden und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Trägern wie Bund, Ländern und Krankenkassen verbessert werden", forderte die Nationalratsabgeordnete. Das Ziel sollte die Umsetzung eines einheitlichen Rehablitationsanspruchs sein, der sich an der derzeit bestehenden Versorgung orientieren müsse, damit es auf keinen Fall zu einer Verschlechterung kommen könne, erklärte die Politikerin. (APA)

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