Daimler Chrysler droht Milliardenklage

14. Februar 2002, 13:35
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Bombadier will wegen Vertragsverletzungen im Zusammenhang mit Adtranz-Verkauf eine Milliarde Euro Schadenersatz

Frankfurt - Dem deutsch-amerikanischen Automobilkonzern DaimlerChrysler steht möglicherweise eine Schadensersatzklage in Milliardenhöhe bevor. Der kanadische Verkehrstechnikkonzern Bombardier teilte am Donnerstag in einer Pflichtveröffentlichung mit, DaimlerChrysler wegen Vertragsverletzung auf Schadensersatz in Höhe von rund einer Milliarde Euro verklagen zu wollen.

Bombardier begründete dies damit, dass die Verhandlungen mit DaimlerChrysler über den Wert der Vermögensgegenstände beim Kauf des Bahnherstellers Adtranz gescheitert seien. Die Differenzen mit DaimlerChrysler beziehen sich Bombardier zufolge auf das Eigenkapital von Adtranz am 30. April 2001, dem vertraglich vereinbarten Übergangsstichtag. DaimlerChrysler habe dem kanadischen Konzern vertraglich zugesichert, dass das Eigenkapital von Adtranz zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Höhe haben sollte. Zwischenzeitlich habe sich aber eine deutliche Wertabweichung beim Nettovermögen herausgestellt, die unter anderem auf nicht gebuchten Kosten zur Erfüllung von Verträgen beruhten. Außerdem seien vertragliche Zusicherungen und Garantien verletzt worden, hieß es.

Daimler Chrysler weist Forderungen zurück

DaimlerChrysler wies die Forderungen umgehend zurück. Diese seien "abwegig und in jeder Hinsicht unbegründet", hieß es aus dem Unternehmen. Bombardier bewege sich mit den Schadensersatzansprüchen außerhalb der vertraglichen Vereinbarungen, und DaimlerChrysler werde sich mit "allen verfügbaren Mitteln" zur Wehr setzen. (APA/Reuters)

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