Country-Rebell Waylon Jennings gestorben

14. Februar 2002, 21:07
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Der 64-jährige war ein Vertreter des rauen Stils und kritisierte jegliche Pop-Einflüsse

San Francisco - Country-Star Waylon Jennings, der für seinen rauen Musik-Stil bekannt war, ist am Mittwoch im Alter von 64 Jahren im US-Bundesstaat Arizona gestorben. Nach Medienberichten litt der Sänger, Gitarrist und Songschreiber seit Jahren an schwerer Diabetes. Im Dezember wurde ihm ein Fuß amputiert. Während seiner fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere brachte Jennings 60 Alben heraus und nahm zahlreiche Hits wie "I'm a Ramblin' Man" und "Amanda" auf.

Zwei Grammies

Der Country-Rebell gewann zwei Grammy-Trophäen und zahlreiche Preise. Den meisten Preis-Verleihungen blieb er allerdings fern, weil er den Wettbewerb unter Musikern nicht schätzte. Als Kritiker von wachsenden Pop-Einflüssen in der Country-Musik, blieb er mit Songs wie "Nashville Rebel" und "Ladies Love Outlaws" seinem Stil treu.

Spielte Bass bei Buddy Hollys "The Crickets"

In den 50er Jahren freundete sich der gebürtige Texaner mit Buddy Holly an und spielte Bass in seiner Band "The Crickets". Nur knapp entging er im Februar 1959 einem Flugzeugabsturz, bei dem Buddy Holly, Ritchie Valens und J.P. Richardson ums Leben kamen. Jennings hatte in letzter Minute seinen Platz an Richardson abgetreten.

Quartett mit Nelson, Cash und Kristofferson

Nach einer Solo-Karriere, die Mitte der 70er Jahre ihren Höhepunkt erreichte, schloss sich der Country-Star in den 80er Jahren mit Willie Nelson, Johnny Cash und Kris Kristofferson zu dem Quartett "Highwaymen" zusammen. Nebenbei trat Jennings auch als Schauspieler in mehreren Filmen auf.

War jahrelang abhängig

Nach eigenen Angaben war er über 20 Jahre lang von Kokain abhängig. Er habe mehr Drogen zu sich genommen, als jeder andere, sagte er 1994 in einem Interview. Wenige Jahre zuvor hatte er den Drogenkonsum vollkommen eingestellt. Im vergangenen Oktober wurde Jennings in die "Country Music Hall of Fame" aufgenommen, doch er war bereits zu krank, um an der Zeremonie in Nashville teilzunehmen. (APA/dpa)

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