Feratel expandiert weiter - Angebote in Dubai und Aserbaidschan

14. Februar 2002, 11:38
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Neues Geschäftsfeld Event-Service - Zukunftsmärkte sind GPRS, UMTS und interaktives Fernsehen

Die börsenotierte Innsbrucker Mediengruppe Feratel ist weiter auf Expansionskurs. Der Anbieter von Tourismus-Buchungssoftware und Live-Wetter- und Panorama-TV, der bereits in Österreich, Deutschland, Norditalien, der Schweiz, Tschechien, Kroatien und der Slowakei tätig ist, will heuer in den französischen und süditalienischen Markt einsteigen, sagte Feratel-Vorstand Markus Schröcksnadel. Auch Angebote in Dubai und Aserbaidschan würden derzeit geprüft.

Erst seit Kurzem in Ungarn

Erst kürzlich sei in Ungarn die erste Feratel-Wetterkamera aufgestellt worden, berichtete Schröcksnadel. Künftig sei auch an einen Einstieg in Russland und Slowenien gedacht. Der Einstieg in Spanien, der schwieriger als erwartet sei, sei indes etwas nach hinten verschoben worden: "Alles gleichzeitig geht nicht", so Schröcksnadel. In den USA, Japan und Kanada ist Feratel mit einer Software auf dem Markt, die Auskunft über den Skipistenzustand gibt. Erst kürzlich wurde zudem mit dem US-Anbieter von Hotelreservierungssystemen, Room Finders, ein Joint Venture gegründet und die Anfang 2001 erworbene Buchungssoftware hobooBox eingebracht.

230 Wetterkameras in Betrieb

Feratel hat derzeit 230 Wetterkameras in Betrieb, rund 100 davon in Österreich. Die Kameras, die Feratel an touristische Partner wie Seilbahnbetreiber oder Tourismusverbände verkauft, werden auf Berggipfeln, in Skigebieten, Ortszentren und an Meeres- bzw. See-Stränden aufgestellt. Die TV-Wetterpanoramabilder, die Feratel derzeit an 9 Sender - darunter den ORF - liefert, werden zu 80 Prozent über Richtfunk übertragen, 15 Prozent werden über Satelliten übermittelt.

Speziell entwickelte Software

5 Prozent der TV-Bilder werden über die speziell entwickelte neue Software I-Cam über das Internet übertragen, die dort eingesetzt wird, wo es keinen Richtfunk und keine Satelliten gibt. I-Cam erlaubt auf Grund einer Zeitverzögerung allerdings keine Live-Berichterstattung. Alle TV-Wetterbilder werden derzeit im neuen Feratel-Technologiezentrum in Pfarrwerfen bei Salzburg gebündelt.

Vereinheitlichung der Buchungssoftware

Ein weiterer Schwerpunkt neben der Expansion in neue Länder liege heuer in der Vereinheitlichung der Hotel-Buchungssoftware, betonte Schröcksnadel. Feratel hatte zuletzt innerhalb eines Jahres sieben Unternehmen mit unterschiedlicher Software übernommen, die nun auf einen Standard vereinheitlicht werden sollen. Die Akquisitionspolitik sei aber geschlossen, so der Feratel-Vorstand.

Einen Wachstumsmarkt sieht Feratel im Event-Service, das in ein bis zwei Jahren 10 Prozent des Gesamtumsatzes stellen soll, bemerkte Schröcksnadel. Erprobt wurde der Einstieg in das neue Geschäftsfeld erstmals vor einem Jahr bei der Ski-WM in St. Anton, wo Feratel für den Veranstalter einen umfassenden Akkreditierungsservice geliefert hat.

Neue Geschäftsfelder: GPRS und UMTS

Neue Geschäftsfelder sieht Feratel künftig außerdem im mobilen Bereich mit den schnellen Handytechnologien GPRS und UMTS, im interaktiven Fernsehen sowie in den derzeit in Entwicklung befindlichen Auto-Computern, sogenannten Car-Terminals, über die in ein bis zwei Jahren die Buchung eines Zimmers über die Feratel-Software sowie das Herunterladen eines TV-Wetterkamerabilds möglich werden könnte, so Schröcksnadel.

Zweistelliges Wachstum angepeilt

Feratel will im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende April) sowohl bei der Buchungssoftware wie bei den TV-Wetterkameras ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis erzielen, kündigte Schröcksnadel an. Mit dem Geschäftsverlauf liege Feratel derzeit "im Plan". Im 1. Halbjahr 2001/02 wurde ein Umsatzanstieg von 4,3 auf 7 Mill. Euro erzielt, das EBITDA war mit minus 320.000 Euro planmäßig negativ, da das Sommerhalbjahr üblicherweise viel schwächer als der Winter ist.(APA)

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