Deutsche Börse tauscht bei MDax und Nemax-50 je drei Unternehmen aus

14. Februar 2002, 11:26
posten

Nordex, FJA und Funkwerk ab 18.3. neu im Nemax-50

Frankfurt - Die Deutsche Börse AG hat am Mittwochabend Veränderungen in MDax, SDax und Nemax-50 sowie eine Anpassung des Regelwerks für Aktienindizes bekannt gegeben. Mit Wirkung zum 18. März werden dabei insgesamt sechs Positionen in Mdax und Nemax-50 neu besetzt. Als Aufsteiger in das Börsenbarometer für mittelgroße Werte MDax benannte die Börse nach der Sitzung des Arbeitskreises Indizes den Personaldienstleister DIS, das Modehaus Gerry Weber und die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding. Dafür werden die Baader Wertpapierhandelsbank, die Depfa Deutsche Pfandbriefbank und Deutz Platz machen müssen. Die nächste planmäßige Überprüfung der Aktienindizes findet am 8. Mai statt.

In den Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax-50 rücken nun der Windkraftanlagenhesteller Nordex, der Softwareentwickler FJA und der Telematikdienstleister Funkwerk auf, während der insolvenzbedrohte Telekommunikationsdienstleister Carrier1, der IT-Spezialist Heyde und der Kabelnetzbetreiber Primacom aus dem Kursbarometer herausfallen.

Herlitz und Heinkel verlassen Smax

In den SDax aufgenommen werden der Autovermieter Arndt AG, die Baader Wertpapierhandelsbank, Ehlebracht und STRATEC Biomedical Systems. Berentzen, Brau und Brunnen, B.U.S. Berzelius Umwelt-Service, Creaton, Hans Einhell, Heinkel, Herlitz, Kampa Haus, Möbel Walther und Walter AG verlassen das Qualitätssegment Smax.

Außerdem gab die Deutsche Börse vor dem Hintergrund der Umstellung auf die Streubesitzgewichtung eine Änderung des Regelwerks für die Aktienindizes bekannt. Danach sollen den Angaben zufolge ab Juni für Auswahlindizes nur Unternehmen berücksichtigt werden, deren Streubesitz mindestens 5 Prozent beträgt. Diese Regel sei angelehnt an das neue Übernahmegesetz, das bei Unternehmen mit einem frei handelbaren Anteil von Aktien unter 5 Prozent eine Abfindung der verbleibenden Aktionäre ermögliche (Squeeze out). Ziel ist es, die Indexgewichtung eines Unternehmens stärker an den Anteil der tatsächlich kauf- und verkaufbaren Aktien anzunähern. Dadurch sinkt der Streubesitzanteil der meisten Unternehmen. Wegfallen sollen nach der am Mittwoch vorgelegten Anpassung des Index-Regelwerkes außerdem die Festbesitzgrenzen von 80 Prozent und 75 Prozent für die Beteiligung eines einzelnen Aktionärs.

Der Arbeitskreis Aktienindizes berät regelmäßig über die Zusammensetzung der Indizes der Deutschen Börsen nach den vorherrschenden Merkmalen Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. In dem Gremium sitzen vor allem Bankenvertreter. Die Entscheidung trifft nach der Beratung des Arbeitskreises der Vorstand der Deutschen Börse. Die Mitgliedschaft in einem Index kann für Unternehmen wichtig sein, weil es dadurch stärker in das Blickfeld institutioneller Anleger gerückt wird, die sich an Börsenbarometern orientieren.(APA/Reuters)

Share if you care.