Teamspringen

19. Februar 2002, 14:12
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Deutschlands Springer sichern sich mit Minimalvorsprung Gold vor Finnland und Slowenien - Österreicher nur Vierte

Park City - Österreichs Skispringer sind erstmals seit 14 Jahren bei Olympischen Spielen ohne eine einzige Medaille geblieben. Nach den Enttäuschungen in den Einzelbewerben reichte es auch am Montag im Utah Olympic Park nicht für Edelmetall. Die ÖSV-Mannschaft, die als Nationencup-Leader und zweifacher Teamsieger in Willingen und Hakuba zu den Spielen gereist war, belegte nur den vierten Rang. Auf Bronzemedaillengewinner Slowenien fehlten umgerechnet über elf Meter. Der Sieg ging an das deutsche Quartett, das Finnland hauchdünn - mit einem Zehntelpunkt - bezwang.

Schlechtestes Olympia-Ergebnis seit 1988

Rang fünf von der Großschanze, Rang elf vom kleinen Bakken (jeweils Stefan Horngacher) und Rang vier mit der Mannschaft ist das niederschmetternde Ergebnis für jenes Team, das in der bisherigen Weltcupsaison das Beste gewesen war. 1988 in Calgary hatte es in den Einzelbewerben jeweils Platz sechs und mit dem Team Platz fünf gegeben. Vor zehn Jahren hatte Toni Innauer als Cheftrainer mit seinen Schützlingen noch fünf Olympiamedaillen - je eine aus Gold und Bronze und drei aus Silber - aus Albertville heimgebracht.

Unbelohnter Einsatz

Die Ratlosigkeit, die Österreichs Springer eigentlich schon seit Beginn der Spiele begleitet hatte, blieb auch am Schluss. Auch der Einsatz von Wolfgang Loitzl, dem einzigen Innauer-Schützling, der sich in Park City gesteigert hatte, nützte nichts. Loitzl war mit 123 und 122,5 Metern auch der beste Mann. "Wenn jeder ein bisserl was verliert, dann kommt halt einiges zusammen. Wir haben auf jeden Fall mit einer Medaille gerechnet und wir hätten uns auf Grund der Leistungen in der gesamten Saison auch eine Medaille verdient", sprach der Steirer aus, was viele dachten.

Japan nur knapp hinter Österreich

Loitzl hatte Österreich nach dem insgesamt zweiten Sprung vorübergehend in Führung gebracht, doch die Eins vor Österreich blieb ein Wunschtraum. Danach lag das ÖSV-Team wie einzementiert auf dem vierten Zwischenrang, geriet eher noch in Gefahr von Japan überholt zu werden. Japan blieb schließlich nur acht Zehntel Punkte hinter Österreich.

Die Slowenen durften jubeln

An der Spitze kam es zu einem dramatischen Finale und wie so oft hatte Deutschland das glücklichere Ende für sich: Nur ein Zehntel Punkt trennten Sven Hannawald, Stephan Hocke, Michael Uhrmann und Martin Schmitt von den Finnen, bei denen Matti Hautamäki im zweiten Durchgang mit einem unsicheren Aufsprung und etwas später folgendem Sturz (der Sprung hätte allerdings unter Umständen auch als gestürzt gewertet werden können) einige Wertungspunkte verspielte. Die Slowenen, die erstmals überhaupt eine olympische Medaille im Skispringen holten, jubelten über Bronze. Möglich gemacht hatte dies vor allem Robert Kranjec, der im ersten Durchgang auf 133 m hinunter segelte. (APA)

Skispringen Mannschaft:

GOLD: DEUTSCHLAND (Hannawald, Hocke, Uhrmann, Schmitt)

SILBER:
FINNLAND (Hautamäki, Lindström, Jussilainen, Ahonen)

BRONZE: SLOWENIEN (Fras, Peterka, Kranjec, Zonta)

Resultat:

Teamspringen

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