Liberia versinkt nach Rebellion im Chaos

14. Februar 2002, 10:59
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Nach Verhängung des Ausnahmezustands durch Präsident Charles Taylor sind Tausende Menschen auf der Flucht

Nairobi/Freetown/Monrovia - Nach den jüngsten Gefechten rund um Liberias Hauptstadt Monrovia sind in dem westafrikanischen Staat nach Schätzungen des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) rund 10.000 Menschen auf der Flucht. Wie ein UNO-Sprecher am Donnerstag im benachbarten Sierra Leone erklärte, bemühe sich das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) um die Ansiedlung der Menschen in Lagern im Nachbarland Sierra Leone.

Nachdem Regierung und Rebellen in Sierra Leone vor einem Monat offiziell das Ende des zehn Jahre währenden Bürgerkriegs erklärt hatten, kehrten die ersten Flüchtlinge in ihre Heimat zurück. Nach einer Erklärung des UNHCR haben am Mittwoch die ersten 300 von rund 700.000 Flüchtlingen aus Sierra Leone in Liberia vom Heimführungsprogramm gebrauch gemacht.

Während in Liberia nach neuen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen nahe der Hauptstadt seit einer Woche der Ausnahmezustand herrscht, gilt das Nachbarland Sierra Leone inzwischen als befriedet. Dort hat Präsident Ahmed Tejan Kabbah für April die überfälligen Präsidentschaftswahlen angesetzt. Der UNO-Sicherheitsrat hat sich beunruhigt über die Lage in Liberia geäußert. Die humanitäre und soziale Situation in dem westafrikanischen Land sei Besorgnis erregend, sagte der Ratsvorsitzende Adolfo Aguilar Zinser am Mittwoch in New York.

Das Gremium rief den liberianischen Präsidenten Charles Taylor auf, den in der vergangenen Woche verhängten Ausnahmezustand nicht zur Beschneidung der bürgerlichen Freiheiten zu missbrauchen. Menschenrechte und die Sicherheit der Zivilbevölkerung müssten gewährleistet werden. Die Regierung solle zudem Nothelfern und humanitären Einrichtungen Zugang zu dem Land gewähren. Der Sicherheitsrat rief die Nachbarländer Liberias auf, bewaffneten Gruppen nicht zu erlauben, von ihrem Gebiet aus Angriffe zu starten. (APA/dpa)

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