Diplomatische US-Vertretungen in Wien vorübergehend geschlossen

14. Februar 2002, 06:32
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Nach Drohung gegen US-Diplomaten kein Parteienverkehr

Washington - Nach inoffiziellen Angaben hieß es in Washington, dass die US-Vertretungen in Wien nach einer "Drohung" für den Parteienverkehr geschlossen worden waren. Über die Art der Drohung wurde nichts bekannt. Offiziell erklärte die diensthabende Sprecherin des State Department Mittwoch Abend, dass die Behörden eine "Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen" durchgeführt hätten. Die US-Vertretungen in Wien würden vermutlich am Donnerstag wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen. Die endgültige Entscheidung darüber werde aber erst heute getroffen, so die Sprecherin.

In den USA wurde am Montag eine neue Terrorwarnung herausgegeben. US-Bürger in den Vereinigten Staaten und im Ausland sollten besonders wachsam sein, mahnte das FBI. Die Warnung vor einem neuen Terroranschlag kam demnach aus Verhören von afghanischen Gefangenen auf Guantanamo.

Vertretungen in Wien am Mittwoch vorübergehend geschlosssen

Nach einer Drohung haben die USA ihre diplomatischen Vertretungen in Wien am Mittwoch vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen. Nur das notwendigste Personal habe am Mittwoch die Arbeit in den Vertretungen fortgesetzt, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington laut AFP.

Keine Vorfälle

In der Bundespolizeidirektion Wien bestätigte man nach Rücksprache mit der Staatspolizei, es habe nach entsprechenden Hinweisen den US-Vertretungen in Wien "erhöhte Aufmerksamkeit" gegolten. Allerdings sei nur der Parteienverkehr ausgesetzt worden, zu Vorfällen sei es nicht gekommen.

Maßnahme habe eine "spezifische Drohung" zugrunde gelegen

Laut dem US-Außenministerium wurden die Sicherheitsvorkehrungen überprüft. Die Schließung betraf demnach die US-Botschaft in Österreich, die US-Vertretung bei der OSZE sowie die US-Vertretung gegenüber mehreren in Wien ansässigen internationalen Organisationen. Der Maßnahme habe eine "spezifische Drohung" zugrunde gelegen, sagte ein Beamter des Außenministeriums.

In der Bundespolizeidirektion war dazu nur zu erfahren, dass es auf Grund von Hinweisen nicht näher bezeichneter Nachrichtendienste den US-Vertretungen "erhöhte Aufmerksamkeit" gewidmet worden sei, wobei es sich aber um keinen seltenen Einzelfall handle. Konkrete Drohungen habe es aber genauso wenig gegeben wie konkrete Vorfälle. (APA/ag.)

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