Israelische Armee zieht sich aus besetzten Dörfern zurück

13. Februar 2002, 20:34
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Britischer Außenminister Straw ruft Arafat zu Ende der Gewalt auf

Gaza/Jerusalem - Die israelische Armee ist am Mittwochabend aus den besetzten palästinensischen Dörfern Beit Hanun und Beit Lahia im Gazastreifen abgezogen. Die Panzer, die den Ort seit dem Morgen besetzt hielten, zogen sich in Richtung israelischer Grenze zurück, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Am Mittwochabend rückten nach palästinensischen Angaben dagegen zwei israelische Panzer und mehrere andere Militärfahrzeuge in Jenin im Westjordanland ein. Augenzeugen berichteten von Schießereien mit palästinensischen Bewohnern.

Die israelische Armee hatte in Beit Hanun zuvor nach mutmaßlichen Extremisten gesucht. Der Ort gilt als Hochburg der radikalislamischen Hamas-Bewegung. Bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Armee wurden zwei Palästinenser getötet.

Der israelische Kabinettsminister Ephraim Sneh kündigte an, der Einsatz werde solange fortgesetzt, bis die Fabriken zur Herstellung der neuen Kassam-2-Raketen gefunden seien. "Dies ist eine Bedrohung, die wir nicht tolerieren können", sagte der Ex-General. Am Sonntag hatten militante Palästinenser im Gazastreifen zwei Kassam-2-Raketen auf Israel abgeschossen. Die Raketen können einen fünf Kilogramm schweren Sprengkopf über sechs bis zehn Kilometer hinweg ins Ziel tragen.

Straw fordert Ende der Gewalt

Der britische Außenminister Jack Straw forderte Palästinenserpräsident Yasser Arafat bei einem Besuch in Jerusalem zu einem entschiedenen Vorgehen gegen "Terroristen" in den eigenen Reihen auf. Der erste Schritt zu einem Frieden im Nahen Osten müsse sein, die Sicherheit der israelischen Bevölkerung sicherzustellen, sagte Straw nach einem Treffen mit dem israelischen Außenminister Shimon Peres und Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer. Er bekräftigte aber, dass Arafat für Großbritannien das legitime Oberhaupt der Palästinenser sei. Auch der deutsche Außenminister Joschka Fischer wurde am Donnerstag in Jerusalem erwartet. (APA/AP/dpa)

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