Kirch: Es liegt kein Angebot von Ecclestone für Formel-1-Kauf vor

14. Februar 2002, 13:24
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"Süddeutsche Zeitung" berichtet hingegen von einem Angebot von über 800 Millionen Euro

Der hoch verschuldeten KirchGruppe liegt offenbar kein Offert von Rennsportpromotor Bernie Ecclestone für den Kauf des Kirch-Anteils an der Formel 1 vor. "Es liegt kein Angebot vor und es wäre auch kein ernst zu nehmendes Angebot", erklärte KirchSprecher Hartmut Schultz am Donnerstag auf Anfrage von vwd. Schultz wollte sich allerdings nicht dazu äußern, ob Kirch das Offert wegen des Kaufpreises ablehne oder prinzipiell den Formel-1-Anteil nicht veräußern will. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) zufolge dürfte Ecclestone für den Anteil rund 800 Mill. Euro (11 Mrd. S) bieten.

Damit läge Ecclestones Angebot wesentlich unter dem ursprünglichen Kaufpreis von Kirch. Dieser hatte im vergangenen Jahr rund 1,6 Mrd. Euro dafür gezahlt und hält derzeit fast 60 Prozent an der Rennsportserie. Weitere knapp 17 Prozent hat das angeschlagene Medienunternehmen EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring - den Rest Formel-1-Gründer Ecclestone. Dieser hatte sich wie auch die an der Rennsportserie beteiligten Automobilhersteller DaimlerChrysler, BMW, Ford, Fiat und Renault bereits in der Vergangenheit wenig begeistert von Kirchs Einstieg gezeigt. Sie befürchten unter anderem, die Rennsportserie könnte nur noch in Kirchs defizitären Bezahlfernsehen Premiere World gezeigt werden.

Die Automobilherstller hatten deshalb im vergangenen Jahr die Grand Prix World Championship (GPWC) gegründet. Sie prüft, ob es Sinn macht, nach Auslaufen der bestehenden Verträge für die Formel-1 ab 2008 eine eigene Rennsportserie zu gründen. Ziel sei es, die Stabilität der Formel-1 zu sichern, sagte ein BMW-Sprecher auf Anfrage von vwd am Donnerstag. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen. Ihm sei aber auch ein unmittelbares Angebot von Ecclestone an BMW nicht bekannt, falls dieser von Kirch die Formel-1-Anteile zurückkaufe. (APA/vwd)

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