Flucht aus Süden Afghanistans hält weiter an

15. Februar 2002, 12:26
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Über 10.000 Menschen campieren im Niemandsland zwischen Afghanistan und Pakistan

Genf (APA/dpa) - Der Flüchtlingsstrom aus dem Süden Afghanistans hält nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) unvermindert an. Über 10.000 Afghanen campierten im Niemandsland zwischen Afghanistan und Pakistan in zeltähnlichen Behausungen, sagte UNHCR-Sprecher Kris Janowski am Freitag in Genf. In kurzen Abständen kämen Tag für Tag Lastwagen mit neuen Flüchtlingen an die Grenze an. Janowski sprach in diesem Zusammenhang von einem neuen Exodus. Als Gründe für die Fluchtwelle nannte Janowski Banditentum, den Mangel an Hilfsgütern sowie Rivalitäten zwischen den ethnischen Gruppierungen.

Parallel zu dem neuen Flüchtlingsstrom haben sich in den vergangenen sechs Wochen 143 000 Flüchtlinge spontan zur Rückkehr in ihre Heimat entschieden. Wegen der instabilen Sicherheitslage, den Folgen der Dürre und der zerstörten Wirtschaft könne das UNHCR zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine groß angelegte, organisierte Rückführung unterstützen, sagte Janowski. Dennoch liefen Vorbereitungen für die freiwillige Rückkehr von 1,2 Millionen Afghanen aus Iran und Pakistan noch in diesem Jahr. In den beiden Nachbarländern sind offiziell 3,5 Millionen afghanische Flüchtlinge registriert.

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